Nach Snapchat, Beme, Instagram und WhatsApp hat nun auch Facebook den Weg für 24-Stunden-Videos und -Fotos freigemacht. Warum sollte man sich damit auseinandersetzen und wie kannst du diese Funktion für dein Marketing als Autor benutzen?

Was sind „Stories“?

Unter dem Begriff „Stories“ fasse ich der Einfachheit halber in diesem Artikel die Funktion zusammen, die es in den oben genannten Apps erlaubt, kurze Videosequenzen aufzunehmen und an seine Follower zu senden (auch Bilder/Fotos sind möglich).

Ich habe vor einigen Monaten bereits ein Video darüber gemacht, warum „Instagram Stories“ für dich als Autor ein super Tool ist. Klicke hier, um zu YouTube zu gelangen und es dir anzusehen.

 

Was bringen Videos, die sofort wieder weg sind?

Das Thema „Vergänglichkeit“ im Marketing ist spätestens seit Snapchat relevant geworden. Man fragt sich, warum man sich überhaupt die Mühe machen sollte, ein Medium zu bedienen, dessen Inhalt nach 24 Stunden vergessen ist. Schließlich hat niemand von uns zu viel Zeit und die paar Minuten, die wir pro Tag für Schreiben und Marketing abknapsen, sollten doch lieber in etwas investiert werden, das bleibt. Oder?

Hier meine Erfahrungen der letzten etwa eineinhalb Jahre dazu:

Vergänglichkeit ist authentischer

Seit ich Instagram-Stories benutze (und zuvor Snapchat), habe ich das Gefühl, dass mich diejenigen, die mir folgen, besser kennen als zuvor. Ich kann von unterwegs „themenfremde“ Videos machen, sei es nun an einer Haltestelle, beim Gassigehen mit dem Hund oder beim fünften Kaffee. Natürlich zeige ich auch Schnipsel meiner Arbeit oder beantworte Fragen, die mir gestellt wurden. All das mache ich, ohne es groß vorzubereiten: Es ist authentisch und nahbar und ich werde als Person sehr viel besser wahrgenommen als über Fotos oder diesen Blog.

 

Schnelles Feedback

Die Unmittelbarkeit von „Stories“ kann man sich zu Nutze machen, um schnell und direkt mit seinen Followern zu sprechen. Du kannst kurze Umfragen starten und so deine Leser mit einbinden und selbst das Gefühl haben, mit deinem Schreiben nicht  ganz allein auf der Welt zu sein 😉

 

Im Kopf bleiben

Zwar „halten“ die Geschichtchen nur 24 Stunden, aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass mir diejenigen, die z.B. Instagram-Stories benutzen, sehr viel plastischer vor Augen sind als die, die es nicht tun. Ich kann ziemlich genau sagen, wer von denen, deren Instagram-Account ich abonniert habe, die Stories benutzt und sofort fühle ich mich dieser Person eher verbunden, weil ich sehe, dass ein echter Mensch dahinter steckt. Lange Zeit habe ich selbst die Wirkung der kleinen Videos unterschätzt, aber sie bewirken langfristig wirklich eine immense Festigung deiner Marke (denn die Marke bist ja du!).

 

Bringen Stories etwas fürs Marketing?

Wenn „Marketing“ mal wieder mit „Verkaufssteigerung“ verwechselt wird, dann behaupte ich mal: Man muss schon sehr viel Energie in „Stories“ stecken, um damit aktiv die Verkäufe anzukurbeln.

Marketing ist aber ja keine Verkaufsmaschinerie, sondern eine Hilfe für mehr Sichtbarkeit. Die gewünschte Reaktionskette sieht wie folgt aus:

 

1 – Ich habe ein gutes Produkt
2 – Durch Marketingmaßnahmen werden Menschen auf mich aufmerksam, die mein Produkt mögen könnten
3 – Ich bin ihnen sympathisch/ich helfe ihnen
4 – sie folgen mir
5 – wir bauen eine Verbindung auf
6 – Wenn ich von meinem Produkt spreche, sehen sie es sich an
7 – sie kaufen mein Produkt
8 – mein Produkt gefällt ihnen, wir vertiefen unsere Verbindung
9 – sie kaufen neue Produkte ebenfalls

Die kleinen aus dem Leben gegriffenen Videos (ich würde Videos immer Bildern vorziehen!!) stärken schneller und nachhaltiger die Bindung zwischen (potenziellem oder bestehendem) Leser und dir, als Texte es schaffen.

Um die Frage zu beantworten: Stories KÖNNEN dein Marketing unterstützen, aber nicht ersetzen. Meiner Erfahrung nach sind sie immer nur „on top“, also zusätzlich, zu den bestehenden Marketingstrategien einzusetzen. Dann aber können sie das letzte Quäntchen sein, das dich von deinem Schreibkollegen unterscheidet und deinem Leser näher bringt.

Mit welchen „Stories“ habe ich den größten Effekt?

 

Falls du Lust hast, die Stories mal auszuprobieren, kannst du momentan aus mehreren Apps wählen. Am relevantesten werden für dich entweder Instagram oder Facebook sein.

Bei Instagram haben sich die Stories schon etabliert und es schauen sich eine Menge Menschen an (um die 10 % meiner Follower sind es bei mir), während es bei Facebook gerade erst neu ist und sich die Masse erst an die Möglichkeit gewöhnen muss, dass man „Stories“ machen kann. Du kannst also die Chance nutzen und schon jetzt bei Facebook den Fuß in die Tür stellen, während alle anderen noch herausfinden, wie das System funktioniert.

Falls du nicht genau weißt, wo du anfangen sollst: Nimm das Netzwerk, auf dem du lieber bist.

Wichtig: Facebook-Stories nur für Freunde!

Wichtig zu wissen: Bei Facebook können nur die Personen, mit denen du befreundet bist, deine Story sehen. Bisher ist das Story-Feature nicht für Seiten umsetzbar, sondern nur für Profile (ein Grund mehr, sein Marketing von der Seite zum Profil zu verlagern). Bei Instagram kannst du einstellen, ob nur diejenigen zusehen dürfen, denen du auch folgst, oder ob es offen für alle ist.

 

Und was soll ich zeigen?!

 

Bleibt die große Frage, was man denn überhaupt als Story verwerten kann. Lass es mich mal so sagen:

Soll heißen: Werde kreativ! Natürlich kannst du es dir leicht machen (so wie ich 😉 ) und einfach Einblicke in deinen Alltag gewähren. Das macht dich nahbar und man lernt dich besser kennen.

Du kannst das alles aber auch auf eine höhere Ebene bringen (und damit kommen wir zu einem Punkt, an dem ich persönlich auch in den kommenden Wochen arbeiten werde!):

Erzähle Geschichten.

Du bist doch Schriftsteller/in oder willst es werden, was solltest du also anderes mitteilen als Geschichten und Behind-the-Scenes-Momente?

Kombiniere deine Leidenschaft zu Büchern, Geschichten und dem Schreiben mit dem, was dich charakterlich ausmacht oder was du ansonsten gerne tust.

Stories vs. YouTube

Es gibt ja auch noch YouTube (das am meisten unterschätzte Netzwerk meiner Meinung nach). Auch dort kann man Videos aus seinem Alltag zeigen (so genannte Vlogs). Was ist jetzt empfehlenswert? Lieber schnell das Handy nehmen und ein paar Sätze sagen oder die Kamera mitnehmen, das Video schneiden, hochladen und dann ansehen lassen?

Man kann nicht pauschal sagen, dass die eine oder andere Variante immer die bessere ist. Um deine YouTube-Videos vorzubereiten, brauchst du viel mehr Zeit als für Stories. Andererseits kann man sie sich über Jahre hinweg ansehen und die Videos auf YouTube verschwinden nicht nach 24 Stunden. Mit einer guten Kamera werden deine Videos zudem qualitativ hochwertiger aussehen – wobei du mit etwas Anstrengung auch mit den Stories gutes Storytelling betreiben kannst (und es ist möglich, vorab aufgenommene Videos in den Stories zu zeigen, es muss nicht zwingend live sein).

Aus Marketingsicht würde die Mehrheit der Experten vermutlich zunächst einmal zu YouTube tendieren, aber ich würde es einfach ausprobieren: Wozu hast du mehr Lust? Hast du überhaupt Zeit für YouTube?

Wenn Videos dir völlig neu sind, würde ich an deiner Stelle zunächst „Stories“ ausprobieren (egal, bei welcher App), um sich daran zu gewöhnen, Videos zu machen.

Übrigens: Du kannst auch kleine Lesungen machen 🙂

 

Eventuell Challenge im Juni

Ja, ich habe Challenge-Blut geleckt! 😀 Zwei Challenges geistern mir noch im Kopf herum, eine davon dreht sich um Video-Marketing. Bisher hatte ich eher an YouTube gedacht, aber „Stories“ würden sich auch anbieten. Hättest du Lust auf eine Video-Challenge, um endlich zu lernen, wie du mit Videos mehr Sichtbarkeit erlangst? Schreib mir bitte deine Meinung und auch deine Einwände in die Kommentare 🙂

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