Er naht wieder: Der Weihnachtsabend, gespickt mit Geschenken, fettem Essen und familiärem Beisammensein. Zu diesem Anlass habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Weihnachtsgedicht geschrieben. Ehrlich gesagt ist es mein erstes Gedicht überhaupt, wenn man mal von zwei, drei Tagebucheinträgen in meiner Jugend absieht und ich werde es voller Stolz am 24. Dezember im Kreise meiner Familie vortragen – mal sehen, ob jemandem auffallen wird, dass ICH der Autor bin.

Wahrscheinlich ja, denn schließlich bin ich kein Dichter, aber Spaß hat es trotzdem gemacht.

Hier ist es also nun. Frohe Weihnachten!

DER WEIHNACHTSABEND

Alle Kinder, nah und fern,
haben Weihnachten so gern,
denn an diesem einen Tag
bekommen sie, was jeder mag:
Geschenke, dass das Herze klingt
und alle Kinder sind beschwingt.

Die Großen aber sitzen da
und freuen sich in jedem Jahr,
dass die Familie sie sehn,
denn bald schon auseinandergehn
werden alle in ihr Heim
und dann sind wieder sie allein.

Doch noch ist es nicht Zeit dafür,
und plötzlich hört man an der Tür:
Klopf, klopf, klopf! und aufgeregt
kommen die Kinder angefegt.
Wer kommt denn da von draußen an?
Es ist gewiss der Weihnachtsmann!

Die Kinder, hin- und hergerissen
von Jubelschrei und schlechtem Gewissen,
ziehen den Weihnachtsmann herein
und können plötzlich artig sein.

„Ho, ho, ho!“ grüßt er sie wie immer
und sie folgen ihm gleich ins nächste Zimmer.
Von der Familie umringt
ein jedes Kind ein Liedchen singt
bis Ruprecht mit lautem Knick und Knack
der Knochen holt den großen Sack,
der vollgepackt ist mit Geschenken.
„Eins solltet ihr jedoch bedenken“,
sagt Ruprecht dann mit drohender Stimme,
„ich weiß immer, wo ich euch finde,
also seid brav und artig und fromm,
bis nächstes Jahr ich wiederkomm.“

So geht er hinfort in die dunkle Nacht,
bis jedem Kind ein Geschenk er gebracht
und die Kinder sich freuen über Puppen und Spiele
wie die Erwachsnen über ihre Familie.