Es war für mich einer dieser Aha-Momente. Ich saß in meinem Lesesessel im Wohnzimmer und las irgendeinen Ratgeber (leider weiß ich nicht mehr, welchen), in dem sinngemäß so etwas stand wie:

Dich trifft keine Schuld an dem, was dir passiert. Es ist deine Verantwortung, wie du damit umgehst.

Damit möchte ich auf einen Punkt eingehen, der sich einem schnell aufdrängt, wenn man sich mit dem „Gesetz der Anziehung“ beschäftigt: Schuldzuweisung und schlechtes Gewissen. Das Gesetz der Anziehung besagt ja, dass alles, was dir in deinem Leben geschieht, unbewusst oder bewusst von dir ausgelöst bzw. „angezogen“ wurde: Reichtum oder Armut, Gesundheit oder Krankheit, Zufriedenheit oder Niedergeschlagenheit. Nun kannst du glauben oder nicht glauben, dass deine Gedanken und inneren Glaubenssätze beispielsweise eine Krankheit in dir ausgelöst haben – für unseren Umgang mit der Situation ist ihr Ursprung irrelevant. In anderen Worten: Es ist egal, warum du aktuell in einer unliebsamen Situation bist. Akzeptiere, dass dein Leben derzeit so aussieht, wie es ist (siehe vorletzte Ausgabe: Akzeptanz lernen). Im nächsten Schritt übernimmst du die Verantwortung dafür, wie du mit dieser neuen Ausgangslage umgehst.

Mache dir bewusst, dass die Frage nach Schuld niemals glücklich macht. Oft neigen wir dazu, uns selbst gedanklich fertig zu machen, weil wir hinter unseren Ansprüchen zurückbleiben oder ein negatives Selbstbild haben, das wir vermeintlich bestätigt sehen: „War ja klar, dass ich die Lesung total versemmle, ich kann das einfach nicht und werde es nie können. Ich sollte ganz mit dem Schreiben aufhören. Nützt nichts.“

Sobald du negative Gedanken dieser Art feststellst, sage innerlich „Stopp!“ und mache dir bewusst, was eigentlich gerade passiert. Das UMGANGsprinzip kann dir dabei helfen.

Für dein Leben trägst du allein die Verantwortung.

Jeder Mensch ist von Grund auf liebenswert. Auch du. Auch dein Nachbar, der immer meckert. Auch deine Kollegin, die über dich herzieht. Auch deine Eltern, die so viel falsch gemacht haben. Dies zu erkennen, zu akzeptieren und in Liebe anzunehmen, wird dir die Tür zu einem neuen, zufriedenen Leben öffnen. Es ist nicht leicht, weil wir in unserer Gesellschaft den Wert eines Menschen an seinen Taten messen („Wer Schlechtes tut, hat keine Liebe verdient“). Es ist möglich, die Tat vom Menschen zu trennen: Du darfst die Tat verurteilen, aber die Tat ist nicht der Mensch dahinter.

Das Gleiche gilt für dich. Es ist in Ordnung und notwendig, seine Taten kritisch zu hinterfragen, aber dein Selbstwert steht niemals zur Debatte. Nichts in der Welt kann etwas daran ändern, dass du ein liebenswerter (= wert, geliebt zu werden) Mensch bist. Mit diesem Gefühl der Liebe zu dir selbst ist es möglich, Verantwortung für deine Taten zu übernehmen.

Akzeptiere, dass jeder Mensch seine eigenen Entscheidungen trifft, mit deren Resultate du umzugehen hast. Du allein entscheidest, wie du diese Handlungen bewertest und annimmst. Verändere deine Meinung über eine Sache (über einen Menschen, über eine Tat) und du änderst deine Gefühle. Arbeite möglichst jeden Tag daran, deine Meinung so zu ändern, dass du fühlst, was du fühlen willst.

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