Schreibtipp-Quickie: Beachte die Reihenfolge

24. Dezember 2021

Bevor ich den Hörer abhob, klingelte es.

Dieser Satz ist zwar richtig, doch die umgekehrte Reihenfolge macht es mitunter schwer, den Sinn beim ersten Lesen zu erfassen.

Erstaunlicherweise neigen viele von uns oft dazu, die Reihenfolge von Handlungen im Roman zu vertauschen. Da steht dann so etwas wie:

Der Ballsaal war mit Gold, Marmor und Spiegeln verziert. Charlotte trat ein und ließ ihren Blick bewundernd über die glänzenden Fliesen gleiten.

Tatsächlich sollte Charlotte zuerst den Saal betreten, sich dann umsehen und uns Leserinnen dann „sagen“, was sie sieht:

Charlotte betrat den Ballsaal und ließ ihren Blick bewundernd über die glänzenden Fliesen gleiten. Der Raum war mit Gold, Marmor und Spiegeln verziert.

Warum haben wir ein Problem mit der richtigen Reihenfolge?

Warum haben wir so oft ein Problem mit der Reihenfolge?
Weil wir als Autor*innen mehr wissen, als alle anderen.
Wir bauen sozusagen im Kopf bereits das Setting auf, überlegen uns, wie der Ballsaal aussieht, in dem die nächste Szene spielt und lassen unsere Figuren dann nachkommen.

Es ist gar kein Problem, im ersten Entwurf so vorzugehen,  weil es sogar helfen kann, die Atmosphäre oder Stimmung zu erschaffen, die du für die Szene brauchst. Achte aber beim Überarbeiten darauf, ob die Reihenfolge stimmt, damit deine Leserinnen und Leser geschmeidig durch die Szene geleitet werden.

Gleichzeitigkeit: Passiert das wirklich so?

Multitasking war ja eine Zeit lang in aller Munde und wird auch von vielen Menschen noch probiert, aber in deinem Roman solltest du darauf achten, ob wirklich etwas gleichzeitig passiert. In vielen Fällen geschehen Dinge nacheinander. Wörter wie “Während” oder “Gleichzeitig” sind Indikatoren dafür.

So wird aus einem Satz wie diesem:

Während ich die Zeitung aufschlage, trinke ich einen Schluck kalten Kaffee.

beispielsweise so etwas:

Ich schlage die Zeitung auf und trinke einen Schluck kalten Kaffee.

Wenn hingegen eine Gleichzeitigkeit vorliegt, darfst du das entsprechend vorsätzlich einbauen:

Ich trank einen Schluck kalten Kaffee, während ich mit einer Hand versuchte, meinen Hemdkragen zuzuknöpfen.

Wie immer gibt es kein “Richtig” oder “Falsch”. Häufig helfen solche Umformulierungen, den Fluss der Geschichte geschmeidig zu halten, damit sich deine Leserinnen und Leser auf das konzentrieren können, was passiert – und nicht durch eckige Sätze herausgerissen werden.

Wie ist das bei dir: Achtest du auf die Reihenfolge der Handlungen oder Beschreibungen?

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Moin, ich bin Annika. Ich helfe dir, deinen besten Roman zu schreiben und ihn dann so zu veröffentlichen, wie du es dir vorstellst, ob mit oder ohne Verlag.

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