Am Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten die Menschen fast rund um die Uhr. Seither nahm die Arbeitszeit kontinuierlich ab. Seit den 60er und 70er Jahren ist die 40-Stunden-Woche zum Standard geworden und mitterweile wird sogar eine 4-Tage-Woche von manchen Parteien gefordert. Eine Studie mit 2500 Proband*innen in Island ergab, dass sich der Wechsel lohnen könnte.

Paradoxerweise bedeutet mehr Zeit für viele aber mehr Stress: Wo man früher eine Woche lang auf ein Angebot eines Lieferanten gewartet hat, wird man heute nach einem Tag bereits ungeduldig. Wir wollen mehr in immer weniger Zeit erledigen und sind dann zu erschöpft, um das Leben zu genießen.

Wenn dann jemand sagt: „Ruh dich doch mal aus“ oder „Achte auf dich“, dann nicken wir vielleicht und denken: Wann denn? Ich habe keine Zeit, um mich auszuruhen.

Ich habe bereits in der Vergangenheit über meine (na gut: Einsteins) Auffassung von Zeit gesprochen, nämlich dass du dir Zeit so ausdehnen kannst, wie es dir beliebt. Du kannst dir jederzeit Zeit schaffen für das, was dir wichtig ist. Die wahre Frage lautet deshalb nicht, wie du mehr Zeit für dich findest, sondern:

Bist du dir wichtig genug?

Du hast die Wahl, womit du deine Zeit verbringst. Solange du mit den Konsequenzen eigenverantwortlich umgehst, ist alles möglich. „Aber ich muss arbeiten gehen“, sagst du vielleicht oder „Ich habe fünf Kinder, da bleibt keine Zeit für mich.“ Aber es waren deine Entscheidungen. Du hast dich für diese Arbeit entschieden. Du hast dich für deine Familie entschieden. Du bist kein Opfer, sondern kannst gestalten.

IST-Analyse

Mache dir mal die Mühe und notiere dir eine Woche lang mit der Vorlage, die du gleich vorfindest, dein Leben. Wann stehst du auf, was tust du bis zum Schlafen? Was ist dir dabei wirklich wichtig, sodass es Top-Priorität verdient?

Oft ist es so, dass wir zwar denken, keine Zeit zu haben, aber tatsächlich Zeitfenster entdecken, an die wir nicht gedacht haben. Außerdem füllen wir nicht selten unsere Tage mit Dingen, die für unser freies & wunderbares Leben nicht besonders wichtig sind. Sobald du denkst „Aber ich MUSS …“, lade ich dich ein, innezuhalten und es durch „Aber ich möchte“ oder „Aber ich will“ zu ersetzen. Du musst nichts, nicht einmal essen. Außer du willst essen, um am Leben zu bleiben. Finde heraus, welche Zeitfenster es in deinem Leben gibt und womit sie gefüllt sind.

Plane deine Zeiträume

Das Wichtigste zuerst. Wenn du diesen Rat befolgst, wirst du nicht nur effektiver, was deine Produktivität betrifft, sondern auch zufriedener. Kennst du die wichtigsten Dinge deines Lebens? Und gehörst du selbst dazu?

Überlege dir, welche Tätigkeiten an jedem Tag die drei wichtigsten sind. Diese werden in deiner „Fokuszeit“ erledigt, also in einem Zeitraum des Tages, an dem du so ungestört bist, wie es in deiner Situation möglich ist (beispielsweise, wenn die Kinder schlafen oder in der Mittagszeit). Solltest du mit deinen Aufgaben nicht rechtzeitig fertig werden: Keine Panik. Dann machst du damit morgen weiter. Plane deine Arbeitsschritte so realistisch ein, wie du es zum heutigen Zeitpunkt kannst.

Lass uns ein Experiment machen:
Zunächst protokollierst du eine Woche lang, wie deine Tagesabläufe derzeit sind – ohne Bewertung, aber ehrlich.
Dann folgst du den vorgeschlagenen Schritten:

Schritt 1: Sieh dir an, was du nach dieser Protokollwoche alles getan hast. Liste auf!

  • Duschen
  • Zähneputzen
  • Kaffee machen
  • Lesen
  • Mit Kindern spielen
  • Kinder von A nach B fahren
  • Arbeiten
  • Social Media (lasse dir die Bildschirmnutzung vom Smarphone anzeigen)

Schritt 2: Finde übergeordnete Kategorien und fasse zusammen, z.B.:

  • Haushalt
  • Arbeit
  • Kinderbetreuung
  • Freizeit

Schritt 3: Bewerte deine Tätigkeiten nach dem Kriterium „Wie gut ist das für mein freies & wunderbares Leben?“ von 1 (hinderlich) bis 5 (sehr förderlich).
Das hilft dir, Zeitfresser zu finden, auf die du verzichten kannst, wenn du dein Traumleben aktiver gestalten möchtest.

Schritt 4: Umkreise deine 3 Prioritäten. Welche Dinge sind dir unendlich wichtig? Kreise sie ein.

Schritt 5: Lege die wichtigsten Aufgaben der kommenden Woche fest, jeden Tag maximal 3 Stück, zum Beispiel „Zeit für mich“, „Schreiben“ und „Kinderbetreuung“.

Schritt 6: Plane deine Woche wie folgt:

  1. Notiere alle (!) offenen, zu erledigenden Aufgaben auf einem Blatt Papier. Alles, was du im Kopf hast.
  2. Plane Zeiträume für deine 3 Prioritäten ein, indem du sie im Wochenplan einträgst.
  3. Plane deine 3 täglichen wichtigsten Aufgaben ein.
  4. Fülle den Wochenplan auf.

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