2. Wie viele Figuren hast du? Bevorzugst du Männer oder Frauen?

Zum Glück stecke ich noch in den Anfängen, sonst hätte ich wohl so viel zu zählen, dass ich Gefahr laufen würde, gar nicht mehr aufzuhören. Richtig ausgearbeitete Figuren, das heißt Figuren mit detailliertem Steckbrief, einer Biografie und einem dreidimensionalem Charakter habe ich erst 5. Wenn man die dazu zählt, von denen ich noch keinen detaillierten Steckbrief habe, die aber schon sehr klar in meinem Kopf leben und irgendwann in irgendeiner Weise von mir schriftlich erwähnt wurden, ist die Zahl natürlich um ein Vielfaches höher, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass ich einen besonderen Draht zu ihnen hätte, weil ich sie teilweise kaum kenne… jetzt, wo ich häufiger Kurzgeschichten schreibe, vermehrt sich diese Anzahl natürlich stetig und jedes Mal freue ich mich wieder, dass mein „Bekanntenkreis“ wieder wächst, denn mit jeder Figur, die ich ins Leben rufe, komme ich mir vor als würde ich einen neuen Menschen kennenlernen.

Bezüglich der Frauen/Männer-Frage habe ich gerade mal gezählt, dass das Verhältnis bei 4:1 für die Frauen liegt, wenn es um die richtig konstruierten Figuren geht – was allein meinem momentanen Manuskript zu verdanken ist, in dem ja vier Frauen die Hauptrolle spielen. Wenn ich in meinem Fantasyroman demnächst weiter arbeite, ändert sich das Verhältnis zu 7:4.

Die Tendenz ist erkennbar: Ich schreibe lieber über Frauen, vielleicht, weil ich mich besser in sie hineinversetzen kann? Vielleicht, weil Frauen einfach herrlich kompliziert und gegensätzlich sind, was man nicht von allen Männern behaupten kann? Weil Frauen in einer ganz eigenen Welt leben, zu der Männer keinen Zutritt haben? Ja, vielleicht.