Dieser Beitrag ist als Podcast erhältlich.

 

Warum kündigst du nicht sofort deinen Job und beginnst, vom Schreiben zu leben? Weil du Angst hast. Damit bist du nicht allein, die meisten Menschen haben Angst vor wichtigen Entscheidungen, weil sie nicht wissen, was die „richtige“ Entscheidung ist.

Was ist dein Worst-Case-Szenario?

Ein einfacher, aber effektiver Trick, der Angst zu begegnen, ist die Frage: Was könnte schlimmstenfalls passieren? Häufig ist es so, dass wir uns die schlimmsten Folgen ausmalen, ohne dabei konkret zu werden. „Wenn ich kündige, ist alles vorbei“, denken wir und begeben uns in einen Gedankenstrudel, an dessen Ende wir uns jämmerlich, nackt und mittellos auf der Straße sehen. Definiere deinen schlimmsten Albtraum. Das könnte für die Entscheidung „Job kündigen und vom Schreiben leben“ zum Beispiel folgendes bedeuten:

  1. 12 Wochen lang kein Arbeitslosengeld wegen eigener Kündigung –> Probleme, Miete zu bezahlen
  2. Keine Einnahmen aus Büchern
  3. Lebensstandard muss massiv gedrückt werden
  4. Der Partner macht nicht mit und verlässt dich

Kein schönes Szenario, gebe ich zu. Aber statt nun zu verzweifeln und sich gegen die Veränderung zu entscheiden, sollte man logisch weitermachen: Was kannst du tun, um den Schaden zu regulieren oder wieder den Ausgangszustand zu erreichen? Wenn du deinen Job kündigen willst, hast du im Normalfall eine Sperre von 12 Wochen auszusitzen, in denen du kein Geld bekommst. Ein erster Schritt wäre, in Erfahrung zu bringen, ob deine Situation eine Ausnahmesituation ist, in der die Sperre aufgehoben wird (beispielsweise wenn du verheiratet bist und weit entfernt arbeitest, oder sogar umziehen musstest. Oft wird in solchen Fällen der Schutz der Ehe über die Beschäftigung gestellt – allerdings ist dies keine Rechtsauskunft, also frag am besten einen Anwalt oder die Agentur für Arbeit). Vielleicht willst du auch gar nicht gleich deinen Job kündigen, sondern mehr Zeit zum Schreiben haben. Dann solltest du dir über eine Reduzierung der Arbeitszeit Gedanken machen. Um die Einnahmen aus deinen Büchern zu erhöhen, gibt es unzählige Möglichkeiten. Zuerst solltest du herausfinden, warum die, die gerade auf dem Markt sind, sich nicht verkaufen, und Lösungen finden. Überlege dir, ob es andere Einnahmequellen gibt, die du anzapfen kannst. Vielleicht reicht es dir, mit einem Minijob die Miete zu sichern und den Rest über das Schreiben zu finanzieren, so muss dein Lebensstandard nicht gedrückt werden – davon abgesehen erhöht sich deine Lebensqualität um ein Vielfaches, wenn du jeden Tag tun kannst, was dich antreibt. Damit dein Partner bei dir bleibt, solltest du deine Gedanken, Ängste, aber auch Lösungen mit ihm/ihr besprechen. Einigt euch auf eine Testphase von sechs oder zwölf Monaten, in denen ihr seht, wie das Einkommen sich regeln lässt. Findet Kompromisse.

Den Ausgangszustand wiederherstellen

Solltest du dennoch Zweifel haben und dich nicht trauen, mache dir bewusst, dass du jederzeit in deinen alten Job zurückkehren oder dir einen neuen Job suchen kannst, und so wieder dort weitermachen kannst, wo du vor deiner Entscheidung gestanden hast.

Warum könnte es klappen?

Statt dir immer wieder vor Augen zu rufen, warum dein Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist, solltest du dich lieber fragen, warum es klappen könnte. So lenkst du deinen Blick auf die Möglichkeiten, die vor dir liegen. Vom Schreiben zu leben könnte klappen, weil…

  • du produktiver wärst als jetzt und mehr Bücher verkaufst
  • du richtig gute Bücher schreibst
  • du dann endlich tust, was du liebst und es somit gut machst
  • du all deine Energie in dieses Vorhaben stecken kannst
  • es andere geschafft haben, die schlechtere Bücher schreiben
  • du die Unterstützung deiner Familie hast

und so weiter. Schreib dir auf jeden Fall auf, warum es klappen könnte, damit du gezwungen bist, die Gründe zu definieren.

„Wer nicht wagt…

…der nicht gewinnt“, den Spruch kennen wir alle. Er bringt das auf den Punkt, was dieser Artikel aussagen soll: Wenn du nicht versuchst, deine Träume umzusetzen, wirst du sie auch nicht erreichen. Ich hoffe, diese Tipps können dir helfen, deine Angst zu reduzieren!