Beitragsbild des Artikels. Frau als Heldin verkleidet.

Dies ist ein Gastartikel von Lektorin Anke Müller vom Lektorat „Spannung zwischen den Zeilen“. Vorab möchte ich (Annika) aber noch ein paar Worte verlieren:

Über „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ in Zeiten des Genderns

Im folgenden Artikel geht es um weibliche und männliche Seiten von Figuren. Dabei steht „weiblich“ für etwas Inneres, Kreatives, Kooperierendes, wohingegen das Männliche für Aktivität, Macht, Selbstbewusstsein, Grenzsetzung etc. steht (mehr dazu kommt gleich im Artikel).

Diese Betrachtung geht meines Wissens nach auf das „Anima und Animus„-Prinzip von C. G. Jung zurück und bezieht sich nicht auf das biologische Geschlecht, sondern stellt zwei Archetypen dar. Heutzutage würde man sicherlich nicht mehr die Begriffe „weiblich“ und „männlich“ benutzen, aber da wir hier mit einem System arbeiten, das vor der Sensibilisierung des Genderns entwickelt wurde, übernehmen wir im Folgenden die Begrifflichkeiten.

So, jetzt geht es los mit dem eigentlichen Artikel:

Die Heldinnenreise

Wer sich mit dem Schreiben und Planen von Romanen befasst, der wird früher oder später von dem Modell der „Heldenreise“ von Joseph Campbell hören. Seine Schülerin Maureen Murdock veröffentlichte auf dieser Basis ein Selbsthilfebuch mit dem Titel: „The Heroine’s Journey: Woman’s Quest for Wholeness“ (Die Reise der Heldin: Die Suche der Frau nach Ganzheit)

Laut Murdock geht es bei der weiblichen Reise darum, tief in die Seele hinabzugehen, zu heilen und zurückzugewinnen, während die männliche Reise in der äußeren Welt stattfindet und nach Ruhm und Ehre strebt.

Vielleicht hast du auch schon gehört, dass jemand von einer inneren und einer äußeren Reise spricht. Manchmal heißt es auch A- oder B-Story, wobei A in meiner Interpretation für die Action steht.

Mit der Heldinnenreise gehen wir weg von der großen Action und wenden uns dem Innenleben der Figuren zu. Vorab ist es mir noch wichtig zu sagen, dass auch Helden diese innere Reise durchleben können – und sogar sollten. Auch wenn Joseph Campbell mir da vermutlich vehement widersprechen würde. Über Murdocks Modell soll er gesagt haben: „Frauen brauchen die Reise nicht zu machen, sie sind der Ort, an den jeder zu gelangen versucht.“ Campbell war der Ansicht, dass es keine Notwendigkeit für eine weibliche Version des Heldenmythos gebe, weil sie nicht auf die Reise gehen, sondern das Ziel des Helden sind.

Es ist erwähnenswert, dass Campbell 1904 geboren wurde und die alten Heldenmythen erforscht hat, was seine Einstellung zu dem Thema wohl erklärt. 🙂 Da Maureen Murdock ihre Heldinnenreise eher als Selbsthilfebuch für ihre Patientinnen schrieb (sie war Psychotherapeutin), ist diese nicht hundertprozentig für Schriftsteller anwendbar. Daher orientiere ich mich an der Ausarbeitung des Modells von Victoria Lynn Schmidt („45 Master Characters„). Die einzelnen Stufen sind von mir aus dem Englischen frei übersetzt.

Ausgangssituation: Weiblichkeit und Männlichkeit

Am Anfang der Heldinnenreise hat die Heldin entweder überwiegend weibliche oder überwiegend männliche Energie in sich. Die „Wunde“ der Heldin ist in dem Fall, dass sie entweder den weiblichen oder aber den männlichen Teil in sich verleugnet oder unterdrückt. Letztendlich geht es während ihrer Reise darum, den Ausgleich zwischen den beiden Anteilen (die jeder Mensch in sich trägt) herzustellen und beide Energien anzuerkennen.

Die weibliche Energie steht u.a. für:

– Empfangen
– Kreativität
– Inspiration
– Loslassen
– Heilen

Die männliche Energie steht u.a. für:

– Das Schöpferische
– Ins Handeln kommen
– Grenzen setzen
– Nein sagen
– Entscheidungen treffen
– Macht

Stufe 1: Illusion der perfekten Welt

Die Heldin wendet Bewältigungsstrategien an, von denen sie glaubt, dass sie in der Welt, in der sie lebt, funktionieren. Zu solchen Bewältigungsstrategien können gehören:

– Naivität („mir wird nichts passieren“)

– „Männer werden (oder die Gruppe wird) sich um mich kümmern.“

– „Ich bin außergewöhnlich und werde „einer der Jungen“ sein“ (Verstellen, Verkleiden, Verhalten anpassen – also das Weibliche leugnen)

– „Alles wird sich klären, wenn ich meiner Mutter/meinem Vater/meinem Ehemann/Boss usw. gefallen kann.“

Die Heldin hat sich hier von ihrer femininen Seite getrennt. Diese „Seite“ ist oftmals repräsentiert durch eine Mutter- oder weibliche Mentor-Figur, oder durch eine durch die Gesellschaft aufgedrückte feminine/untergeordnete/Außenseiter-Rolle.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget Jones ist die Paradefigur, um die Heldinnenreise einmal durchzugehen. Sie ist Anfang 30, hat ein paar Pfund zu viel, eine nervtötende Mutter und ist Single.

Ihre Bewältigungsstrategie: „Männer werden sich um mich kümmern.“

Der Satz, als sie Marc Darcy zum ersten Mal sieht: „Vielleicht ist das der umwerfende Supermann, auf den ich schon mein ganzes Leben warte.“

Dabei tobt in ihrem Inneren der Kampf zwischen Karriere machen und Kinder kriegen. Denn die Gesellschaft gibt vor, dass sie nur eins von beiden haben kann.

In ihrem Job lebt sie das erwartete Klischee und geht mit kurzem Rock und engen Oberteilen auf Männerfang. Ihre Arbeit langweilt sie, die Kollegen nerven, aber ein gutaussehender Mann in Chefposition interessiert sich auf einmal für sie. Ist er ihr Ticket raus aus dem Single-Dasein? Kann sie mit ihm endlich all die Erwartungen ihrer Mutter und der Gesellschaft erfüllen?

Stufe 2: Verrat / Desillusionierung

Die Bewältigungsstrategien der Heldin fallen auseinander, entweder weil sie:

– von jemandem verraten wird,

– erkennt, dass ihre Bewältigungsstrategie toxisch/unwirksam ist, oder

– erkennt, dass die Welt nicht so ist, wie sie dachte.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget wird von Daniel – ihrem Chef – verraten und gedemütigt, als sie ihn beim Fremdgehen erwischt. Erneut ist sie Single. Im Film ändert sie hier ihre Kleidung. Trägt nun Turnschuhe, längere Röcke und Strickjacken.

Stufe 3: Erwachen und Vorbereitung der Reise

Die Heldin mag zunächst hoffnungslos werden, beschließt aber, etwas gegen ihre Notlage zu unternehmen. Andere versuchen, die Heldin zu entmutigen, aber die Kraft des Verrats treibt sie weiter an. Die Heldin findet die Werkzeuge, die sie braucht, sucht die Lösung für ihr Problem aber noch immer im „Außen“. 

 DANACH: IDENTIFIKATION MIT DEM MÄNNLICHEN & SAMMLUNG VON VERBÜNDETEN. Die Heldin nimmt eine neue Lebensweise an. Dazu gehört oft, einen Weg zu wählen, der sich von der vorgeschriebenen gesellschaftlichen Rolle der Heldin unterscheidet.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget hört auf zu Trinken, macht Sport, schmeißt die Liebesratgeber weg und stellt sich stattdessen Bücher ins Regal mit den Titeln „Leben ohne Männer“, „Frauen, die Männer lieben, sind verrückt“, oder „Wie Sie das bekommen, was Sie wollen“.

Sie will gesehen werden, an erster Stelle stehen, und fängt daher einen neuen Job für einen Fernsehsender an. Diesmal versteckt sie sich nicht mehr in der zweiten Reihe, sondern präsentiert sich vor der Kamera.

Stufe 4: Passieren der Pforten der Verurteilung

Die Heldin erfährt Angst, Verlassenheit, Schuld und/oder Scham im Zusammenhang mit der Aufgabe ihrer neuen Lebensweise, da sie ihre innere Entwicklung noch nicht abgeschlossen hat.

– Vielleicht schämt sie sich für ihre neue Identität.

– Sie fühlt sich möglicherweise wegen ihrer sexuellen Orientierung schuldig.

– Oder sie hat Ängste/Schamgefühle, die damit verbunden sind, sich auszudrücken, ihre Meinung zu sagen, ihre Intuition zu ehren und/oder Beziehungen loszulassen, die für sie nicht funktionieren.

Die Heldin begegnet Prüfungen und trifft Menschen, die versuchen, sie von ihrem gewählten Weg abzubringen oder sie zu zerstören.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget wird zum Gespött, als sie ihren ersten Auftritt im Fernsehen verhunzt. Zudem wird sie zum Essen zu Freunden eingeladen – allesamt Ehepaare, die die Gesellschaft und ihre Erwartungen an eine Frau Mitte 30 repräsentieren. Und natürlich ist die erste Frage, die man Bridget stellt: „Wie läuft es denn in deinem Liebesleben? Die Zeit für ein Baby wird langsam knapp …“

Schamgefühle kommen in ihr hoch und sie verspürt den Drang, sich für ihre Entscheidung zu rechtfertigen, da sie ihre innere Entwicklung noch nicht zu 100 % durchgemacht hat.

Stufe 5: Das Auge des Sturms

Hier erfährt die Heldin einen kleinen Vorgeschmack auf den Erfolg, der ein falsches Gefühl der Sicherheit hervorruft. Dieses Hochgefühl hält leider nicht lange an, weil …

– die Menschen um die Heldin herum sich nicht sehr lange von einer Frau führen lassen wollen

– andere beginnen, sie zu untergraben, oder weil

– die Heldin versucht, mehrere Rollen auszufüllen, die für eine einzelne Person unmöglich zu erfüllen sind.

Die Heldin überwindet die Hindernisse, die ihr im Weg stehen.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Marc Darcy, der Mann, der sie immer herablassend behandelt und belächelt hat, entschuldigt sich jetzt bei ihr. O-Ton: „Ich hab Sie unheimlich gern. So, wie Sie sind.“

Bridget kann es gar nicht glauben, dass sie sich nicht verstellen oder verkleiden muss, damit ein Mann ihr diese Worte sagt.

Bridget soll ein Interview über ein Gerichtsurteil führen, hat aber überhaupt keine Ahnung worum es geht. Dann verpasst sie auch noch den Moment, als der Angeklagte das Gerichtsgebäude verlässt. Hier führt sie übrigens ein kleines Team (Kameramann und Tonassistent), die ihren Anweisungen allerdings nicht folgen, da Bridget selbst keine Ahnung von Führung hat und sich nicht vorbildlich verhält.

Aber Marc hilft ihr, indem er sie strahlen lässt. Sie kann doch noch das Interview führen – auf ihre unvergleichliche Art und Weise – und erfährt dafür Lob und Anerkennung.

Da hier die „Heldenreise“ (das Streben nach Erfolg und Anerkennung im Außen; überspitzte Darstellung) endet, endet auch bei Bridget Jones dieser Nebenhandlungsstrang. Sie hat nun einen Job, den sie liebt. Bleibt nur noch, ihr Liebeslieben zu einem Erfolg werden zu lassen

Stufe 6: Der Tod (z.B. einer Einstellung, eines Gedankens)

Die Heldin erkennt, dass ihre ursprünglichen Bewältigungsstrategien nicht effektiv sind und dass ihre neu gefundenen Fähigkeiten/Werkzeuge ihr auch nicht den Sieg bringen. Sie muss ständig kämpfen, um den ihr entgegengebrachten Respekt aufrechtzuerhalten. Alles wird immer schlimmer und die Heldin fühlt, dass es keine Hoffnung mehr gibt.

Trotz all ihrer Bemühungen scheitert sie und muss sich die Niederlage eingestehen. Die neue Lebensweise der Heldin (Versuch der „männlich-dominanten Identität“) ist zu begrenzt. Ihr Erfolg in dieser neuen Lebensweise ist entweder vorübergehend, illusorisch, oberflächlich oder erfordert mit der Zeit einen Verrat an sich selbst.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget hat Geburtstag. Sowohl Marc als auch Daniel wollen mit ihr feiern und buhlen um ihre Gunst. Daniel entschuldigt sich und Bridget droht ihm wieder zu verfallen. Marc fordert Daniel heraus. Es folgt eine Prügelei, in der Marc sich endlich an Daniel rächen will (männlich-dominantes Verhalten).

Bridget wird die Illusion genommen, dass Marc besser ist, als all die anderen Männer in ihrem Leben. Auch Daniel gibt sie einen Korb, denn sie will nicht mehr um seine Anerkennung kämpfen.

In der Szene „stirbt“ die Idee, dass sie mit einem der beiden eine Beziehung eingehen könnte.

Stufe 7: Unterstützung

Die Heldin trifft auf jemanden (der auch ein Geist, eine höhere Macht, eine Göttin oder eine Muse – wie auch immer du es nennen magst – sein kann), der Unterstützung anbietet. Die Heldin nimmt den „weiblichen“ Aspekt der Unterstützung an und akzeptiert, dass sie nicht völlig unabhängig ist.

Wichtig dabei: Die Heldin nimmt ihr Bedürfnis nach Unterstützung als etwas Positives wahr.

DIE HELDIN SEHNT SICH DRINGEND DANACH, SICH WIEDER MIT DEM WEIBLICHEN ZU VERBINDEN. Die Heldin will es, kann aber nicht zu ihrem anfänglich beschränkten Zustand zurückkehren.

DIE HELDIN HEILT DIE MUTTER-TOCHTER-SPALTUNG. Die Heldin nimmt einige ihrer ursprünglichen Werte, Fähigkeiten oder Eigenschaften (oder die von anderen Gleichgesinnten) zurück, betrachtet diese Eigenschaften aber jetzt aus einer neuen Perspektive.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget raucht und trinkt wieder. Sie verbringt Weihnachten bei ihrem Vater, mit dem sie zusammen in Selbstmitleid badet. Er wurde nämlich von seiner Frau für ihre Affäre verlassen.

Auf einmal steht ihre Mutter wieder in der Tür. Sie hat erkannt, dass ihre Liebschaft nur oberflächlich war. Sie möchte wieder zurückkehren, stellt aber auch Bedingungen dafür – mehr Aufmerksamkeit und ernst genommen zu werden.

Bridget erkennt, dass sie viel mit ihrer Mutter gemein hat. Diese Erkenntnis heilt ihre Beziehung zu ihr. Sie kehrt zu ihrem inneren „Weiblichen“ zurück.

Stufe 8: Wiedergeburt

Die Heldin findet ihre Stärke und Entschlossenheit mit Hilfe von Unterstützung. Sie „erwacht“ und sieht die Welt und ihre Rolle in ihr anders. Die Heldin versteht, dass Köpfchen, Herz und Mut erforderlich sind, und sie begegnet ihrer eigenen Angst mit Mitgefühl. 

Die Heldin heilt das verwundete Männliche im Inneren und schließt Frieden mit dem „männlichen“ in der Welt.

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Bridget erfährt von ihrer Mutter die Wahrheit darüber, wieso Marc Daniel nicht ausstehen kann und ihn so verprügelt hat. Nun versteht sie sein Verhalten endlich.

Marc hat Daniel früher dabei erwischt, als dieser mit Marcs Frau geschlafen hat. Seitdem hassen sie sich.

Bridget überwindet ihre Angst, von allen für dumm gehalten und nicht ernst genommen zu werden. Sie gesteht Marc ihre Gefühle, dieser hat jedoch inzwischen andere Pläne. Er hat eine Stelle im Ausland angenommen und will seine Kollegin Natascha mitnehmen. Andeutungen auf eine bevorstehende Verlobung werden gemacht.

Bridget schreitet ein, blamiert sich erneut vor allen, schämt sich aber nicht mehr dafür und gewinnt dadurch (noch unwissend) endgültig Marcs Herz.

Stufe 9: Rückkehr mit neuer Sichtweise

Die Heldin sieht die Welt als das, was sie nun für sie ist. Ihre Erfahrung wird andere verändern – aber Anerkennung dafür zu erhalten, dass sie Veränderungen herbeiführt, ist nicht die Priorität der Heldin. Die Folgen ihrer Erfahrung können über ihre Lebenszeit hinausgehen oder „anonym“ sein. Die Belohnung der Heldin ist spirituell und innerlich. Sie kennt sich selbst besser und diese neue Sichtweise bringt neue Strategien für das Leben mit sich.

HELDIN INTEGRIERT DAS MÄNNLICHE UND WEIBLICHE. Um der Welt mit einem neuen Verständnis von sich selbst und des Lebens zu begegnen, integriert die Heldin die „männlichen“ und „weiblichen“ Qualitäten/Perspektiven (siehe ganz oben).

Beispiel – Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück

Marc kehrt zurück aus New York und gesteht ihr seine Liebe. Bevor das Glück vollkommen ist, treten noch einmal alte Muster auf. Bridget will sich lieber noch aufbrezeln („weiblich sein“), anstatt ihn einfach gleich zu küssen („männlich“ weil aktives Handeln). Er liest währenddessen in ihrem Tagebuch ihre ungeschönte Meinung (ihre männliche Seite), die sie einmal über ihn hatte.

Marc verlässt die Wohnung und Bridget denkt, sie hat ihn schon wieder verloren. Rennt ihm halbnackt hinterher, um sich zu entschuldigen. Aber er hat kein Problem mit dem, was in ihrem Tagebuch steht. Im Gegenteil – er hat ihr ein neues Tagebuch gekauft, als Symbol für einen gemeinsamen Neuanfang.

Bridget akzeptiert endlich, dass sie eine Frau abseits der gesellschaftlichen Norm ist. Sie hat beruflichen Erfolg und einen Freund, der sie so liebt, wie sie ist.

Fazit

Meiner (Ankes) Meinung nach gibt es in jedem fesselnden und in Erinnerung bleibenden Roman beide Formen der Reise. Fokussiert man sich alleine auf die Heldenreise, dann schreibt man einen guten Unterhaltungsroman mit viel Action und jeder Menge Explosionen.

Die Heldinnenreise gewinnt eher den Oscar, ist aber oftmals auch schwere Kost, die man nicht gemütlich an einem Tag verschlingen kann. Dass es aber auch in einer Komödie funktionieren kann, zeigt Bridget Jones ganz deutlich – mit einer dafür für den Oscar nominierten Renée Zellweger.

Bringt man diese beiden Formen in Einklang, wie Ying und Yang, wird der Roman in Erinnerung bleiben und das Beste aus beiden Welten beinhalten.

Übrigens durchläuft Bridgets Mutter auch eine Heldinnenreise. Sie fristet am Anfang ihr Leben als Hausfrau und scheint das zu lieben. Für ihre Tochter wünscht sie sich dasselbe – weil man das halt so macht als Frau. Dann hat sie auf einmal die Nase voll. Ihr Mann beachtet sie nicht mehr, die Tochter ist aus dem Haus und nun will sie endlich ein eigenes Leben führen. Das passiert übrigens genau dann, wenn Bridget gerade glücklich in ihrer Beziehung mit Daniel ist.
Nun will die Mutter im Fernsehen Karriere machen (wie ihre Tochter), angelt sich einen Frauenschwarm (wie ihre Tochter), hat von ihm die Schnauze voll und kehrt zurück zu ihrem Ehemann, der sie aufrichtig liebt ….

Ein Schelm, wer denkt, dies alles wäre ein Zufall … 😉

Über Anke Müller

Anke Müller ist Lektorin aus Leidenschaft, die den Zauberstab und nicht den Rotstift schwingt. Ihr liegt die partnerschaftliche Zusammenarbeit sehr am Herzen, wobei die Vision ihrer Kunden an oberster Stelle steht. Unzählige Stunden hat sie mit der Analyse von Geschichten verbracht, sich von international erfolgreichen Autoren Tipps geholt und Schreibseminare sowie Schreibcamps besucht. Auf ihrem Blog, auf Instagram, und im 1:1 Coaching gibt sie dieses Wissen sehr gerne weiter.Sie ist Mitglied im Verband freier Lektoren, lektoriert für Bestseller AutorInnen, und hat selbst unter Pseudonym Romane veröffentlicht.

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