Ihre Ostfrieslandkrimis landen regelmäßig in Amazon Top 10, 300.000 Bücher hat sie bereits verkauft: Elke Bergsma kann vom Schreiben leben. Im Interview spreche ich mit ihr über ihren Werdegang und ihr Leben als Schriftstellerin.

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Bitte stelle dich kurz vor. Wer bist du, was machst du, was schreibst du?

Mein Name ist Elke Bergsma und ich schreibe hauptberuflich Ostfrieslandkrimis. Außerdem habe ich ein Kinderbuch veröffentlicht und unter dem Pseudonym Jule Meeringa einen Liebesroman.

 

Was waren deine Beweggründe, für den Liebesroman ein Pseudonym zu nutzen?

Das Pseudonym Jule Meeringa habe ich gewählt, um die Genres gegeneinander abzugrenzen. Es wäre nicht schön, wenn jemand einen Krimi erwartet und einen Liebesroman bekommt, nur weil er ausschließlich nach meinem Namen gekauft und nicht nach der Inhaltsangabe geguckt hat.

 

Seit wann lebst du vom Schreiben und wie kam es dazu?

Ausschließlich vom Schreiben lebe ich seit Januar 2014. Da es immer mein Wunsch gewesen war, hauptberuflich Autorin zu sein, habe ich die Gelegenheit ergriffen, als sich mein durch die Bücher erzieltes Einkommen in einem vertretbaren Rahmen bewegte.

 

Welche Ängste hattest du vor diesem Schritt?

Da ich auch vor diesem Schritt schon 12 Jahre lang selbstständig war, hielten sich die Ängste vor dem Risiko in Grenzen.

 

Was hast du denn vorher gemacht und wie hast du damals den Mut gefunden, dich selbstständig zu machen?

Ich hatte 12 Jahre lang ein Büro für Öffentlichkeitsarbeit mit den Schwerpunkten Stadtentwicklung und Erneuerbare Energien. Da ich damals einen längerfristigen Honorar-Auftrag in Aussicht hatte, der mir zumindest mein Grundgehalt sicherte, ist mir der Schritt nicht allzu schwer gefallen. Hilfreich war da sicherlich auch, dass ich Sternzeichen Widder und damit sowieso eher neugierig und risikofreudig bin.

 

Machst du dir irgendwie Gedanken um die Zukunft?

Momentan genieße ich nur. Mich sorgen kann ich immer noch, wenn es einen Grund dazu gibt.

 

Veröffentlichst du auch als Verlagsautorin?

Ja. Meine ersten drei Ostfrieslandkrimis „Windbruch“, „Das Teekomplott“ und „Lustakkorde“ sind inzwischen bei der Münchner Verlagsgruppe unter Vertrag. Hauptsächlich ging es mir bei dem Vertragsabschluss bei diesen Büchern ums Ausprobieren. Ich wollte einfach sehen, was die Präsenz im lokalen Buchhandel so bringt. Außerdem habe ich mein Kinderbuch in einem kleinen Verlag veröffentlicht, weil es damals noch kaum eine andere Möglichkeit gab.

 

Kannst du schon irgendein Fazit ziehen, ob sich der Gang zum Verlag gelohnt hat?

Für ein definitives Fazit, ob sich der Gang zum Verlag gelohnt hat, ist es derzeit noch ein wenig zu früh. In einer ersten Einschätzung aber tendiere ich eher dahin, es nicht wieder zu machen. Es sei denn, das Angebot des Verlages ist unschlagbar.

 

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei dir aus?

DEN typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Je nachdem, ob ich mich gerade in der Schreib-, Marketing- oder Verwaltungsphase – oder einer Mischform aus allem – befinde, sieht er recht unterschiedlich aus.

Wenn ich einen reinen Schreibtag habe, dann sitze ich in der Regel ab ca. 9 Uhr am Computer, mache zwischendurch eine kurze Mittagspause und schreibe dann so lange weiter, bis ich ein Kapitel abgeschlossen habe oder einfach vor lauter Wörtern und Sätzen Fusseln im Hirn bekomme. Im Schnitt beläuft sich mein reines Schreibpensum auf rund sechs Stunden am Tag. Vorher und nachher wird alles andere erledigt, was im Leben noch so anfällt. Aber Achtung: Wenn ich im Schreibfluss durch wen oder was auch immer unterbrochen werde, kann ich schon mal quengelig werden.

 

Wie hast du das Schreiben gelernt? Hast du Kurse besucht, Seminare gemacht oder einfach „nur“ viel gelesen?

Bücher schreiben erschien mir schon im Kindesalter immer als eine Leidenschaft, als etwas, das von Herzen kommt. Daher war es für mich keine Sache, die man in Kursen lernen kann. Ich habe einfach unendlich viele Bücher verschlungen – das war mir Fortbildung genug.

 

Was wäre wohl deine Leidenschaft, wenn es nicht das Schreiben wäre?

Da fällt mir nichts Überzeugendes ein.

 

In welchem Genre würdest du am liebsten schreiben, wenn es Krimi nicht gäbe?

Vermutlich würde ich Liebesromane schreiben.

 

Lebst du ausschließlich vom Verkauf deiner Bücher oder hast du weitere Einnahmequellen?

Inzwischen lebe ich ausschließlich vom Verkauf meiner Bücher.

 

Wie viele Wörter schreibst du in etwa pro Tag?

Wenn ich schreibe, dann meistens zwischen 3000 und 5000 Wörtern.

 

Was fällt dir beim Schreiben besonders schwer?

Eigentlich nichts. Bis auf die Titelsuche für mein Buch vielleicht 😉

 

Und woran hast du am meisten Spaß?

Peppige Dialoge zu schreiben gefällt mir am besten.

 

Worin würdest du dich selbst gerne noch verbessern?

Ich versuche, mit jedem Buch noch ein klein wenig besser zu werden, vor allem, was Stil und Ausdruck angeht.

 

Was rätst du Schriftstellern, die vom Schreiben leben möchten?

  1. Ein gutes Buch zu schreiben
  2. Ein gutes Buch zu schreiben
  3. Ein gutes Buch zu schreiben.
  4. Das gute Buch gut zu vermarkten.

 

Was ist dein „Geheimrezept“, um sicherzustellen, dass sich deine Bücher auch verkaufen?

Wenn ich behaupten würde, ich hätte dafür ein Geheimrezept, müsste ich lügen. Ich glaube auch nicht, dass es so etwas gibt. Am wichtigsten ist es sicherlich, die Reaktionen der Leserinnen und Leser im Blick zu behalten und abzuschätzen, ob das, was man schreibt, (noch) gefällt. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man sich tunlichst etwas Neues einfallen lassen. Sprich: Der Autor muss flexibel und kreativ sein, nicht der Leser.

 

Vielen Dank, liebe Elke, für dieses Interview!

 

Elke im Netz

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