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Wie du 1000 Wörter in nur einer Stunde schreibst

1.000 Wörter pro Stunde: So wirst du in 3 Schritten zur menschlichen Schreibmaschine

Im heutigen Gastartikel zeigt die Walter Epp von schreibsuchti.de, wie du rasante 1.000 Wörter in einer Stunde schreiben kannst.

 

[su_note note_color=“#cc0066″ text_color=“#ffffff“]Der folgende Beitrag richtet sich in erster Linie an dich, wenn du einen Blogartikel schreibst oder Sachtexte verfasst. Natürlich kannst du diese Techniken auch auf das Schreiben von Romanen übertragen – nach meiner eigenen Erfahrung ist das jedoch nicht immer ein Garant, weil belletristisches Schreiben sich schlicht und einfach von Sachtexten unterscheidet. Dennoch: Viel Spaß mit Walters Artikel und ich hoffe, dass du viele der Tipps für dich nutzen kannst![/su_note]

Das Schreiben von Artikeln ist manchmal wie der Stau auf der A3:
Stundenlang geht es nicht vorwärts.

Ich erinnere mich noch gut an einen Mega-Stau auf dem Weg in meinen Sommerurlaub.
4 Stunden lang ging es keinen Millimeter vor oder zurück.

Vollsperrung!

So ist es manchmal beim Schreiben auch. Man sitzt vor seinem Blogartikel (oder Roman) und bekommt schon quadratische Augen vom Bildschirm. Eine typische Schreibblockade.

Gibt es dafür eine Lösung?

Ja und ich zeige sie dir.

Ich zeige dir 3 Schritte, die dich zu einer menschlichen Schreibmaschine machen werden. Dann wirst du innerhalb von einer Stunde rund 1000 Wörter schreiben können.

Stell dir mal vor, was du alles erreichen kannst, wenn du täglich 1000 Wörter schreibst:

  • 365.000 Wörter pro Jahr,
  • das macht 3-4 Bücher pro Jahr
  • Oder 52 episch lange Blogartikel pro Jahr.

Klingt cool, oder?

Das ist es auch.

Hier sind die drei Schritte, die mich zu einem extrem produktiven Schreibmonster gemacht haben:

Schritt #1: Beginne mit dem Ende

Viele Schreiber machen den Fehler und beginnen einen Artikel mit dem „Intro“ oder dem Hauptteil.
Ich mache es genau anders herum.
Warum?
Ganz einfach.

Stell dir vor, du möchtest in den Urlaub fahren. Dann setzt du dich ja auch nicht einfach ins Auto und fährst los.
„Das Ziel suche ich mir unterwegs aus!“
Stattdessen legst du dein Ziel vor der Reise fest.
Navi an. Kroatien rein. Los geht’s.
Das Gleiche gilt fürs Schreiben.
Lege zuerst dein Ziel fest.

Was soll der Leser am Ende verstanden haben? Was ist deine Kernaussage? Was möchtest du mit deinem Artikel erreichen?

Wenn du ein Buchkapitel schreibst, dann frage dich, was am Ende des Kapitels alles passiert sein muss.

Wichtig ist: Du hast nur einen Satz.

Nur einen.
Nicht mehr.
Sei streng zu dir.
Wenn du es nämlich nicht bist, dann wird deine Botschaft labberig und schwammig wie ein Butterkeks im Regen.

Wenn du zwei Ziele in dein Navi eingibst, dann teilt sich dein Auto an der nächsten Kreuzung in zwei Teile und dein Körper verteilt sich auf dem Zebrastreifen.

Deshalb sollte ein Blogartikel oder ein Kapitel in einem Sachbuch nur eine Kernidee haben. Niemals zwei oder drei.

Und diese Kernidee solltest du am Anfang aufschreiben.

 

Schritt #2: Male deine Route

Ich erinnere mich noch gut an die alten Zeiten, als man mit einer Karte aus Papier in den Urlaub fahren musste.

Auf dem Weg nach Kroatien durfte ich dann meinem Vater navigieren: „Nächste Ausfahrt müssen wir raus. Dann auf die A3. Mist, wir haben uns verfahren!“

Bevor wir uns auf den Weg machten, gingen wir die Route zuhause durch. Mit einem Textmarker markierte mein Vater die Strecke.

Das Gleiche musst du mit deinen Texten machen.
Male die Route des Artikels auf. Welche Reise muss der Leser in seinem Kopf durchmachen?
Male alle Schritte und die nötigen Verbindungen auf.
Wenn du das nicht tust, dann wird dein Artikel so sein wie 80 Prozent der öden Blogartikel da draußen: unstrukturiert.

Viele Leser fragen mich nach dem Geheimnis meiner Blogartikel-Struktur und meine Antwort ist recht simpel:

Ich benutze die A nach B Formel.
Ich habe in meinem Kopf eine geistige Reise des Lesers vor mir und ich gehe einen Schritt nach dem anderen.
Wenn ich der Route folgen kann, dann kann es auch mein Leser.

Einen schlechten Blogger erkennt man daran, dass er seinen eigenen Gedanken nicht folgen kann.
Wenn es eine Hölle für Blogger gibt, dann sieht sie wahrscheinlich so aus, dass Blogger dort ihre eigenen Artikel lesen müssen. Als Strafe.

Wie sieht so eine Artikel-Route konkret aus?

So:

  1. Kernidee: Wahrer Reichtum besteht nicht aus Geld, sondern aus Freiheit, Familie und Fitness
  2. Problem: Man denkt, dass Geld Geldprobleme löst
  3. Doch mehr Geld bedeutet mehr Geldprobleme
  4. Deshalb: Man muss die Definition von Reichtum ändern, nicht das Einkommen
  5. Wie sieht diese Definition aus? -> Die 3Fs
  6. Headline: Wie du ohne Geld ein reiches Leben führst
  7. Geschichte zum Einstieg: Meine Geldprobleme als Student

Du siehst: Mein Intro, also den Einstieg, überlege ich mir erst, wenn die Struktur fertig ist und ich weiß, wohin ich will.

Du musst das nicht immer aufschreiben, aber du solltest es zumindest im Kopf haben.

Wenn du Chaos im Kopf hast, dann wird das Chaos auf dem Papier nur noch größer.

Erst denken.

Dann schreiben.

Schritt #3: Geh in den Bunker

Bevor ich schreibe, tue ich etwas, das viele Menschen nicht verstehen: ich schalte das Internet ab.
Wirklich.
Ich habe dafür eine spezielle App auf meinem Mac namens Freedom (siehe auch „8 Tricks, wie du innerhalb kürzester Zeit schneller schreibst“).

Ich stelle in der App einen Timer auf 60 Minuten und für die nächsten 60 Minuten funktioniert das Internet nicht.

Keine Mails, kein Facebook, keine Recherche auf Wikipedia.

Das Tolle: Ich kann diese Sperre auch nicht umgehen. Manchmal möchte ich während des Schreibprozesses ein Zitat nachschlagen.
Ups. Geht nicht. Kein Internet.
Also setze ich einfach ein (XXX) und schreibe weiter.

Diese Trennung von Recherche und Schreibprozess ist extrem wichtig. Nur so kannst du wirklich fokussiert arbeiten.

Wir alle kennen es. Man möchte nur mal kurz etwas nachschlagen und schwups ist man schon bei lustigen Youtube-Videos und am Ende fragt man sich: „Wie bin ich hier gelandet?“

Das gilt übrigens auch für mein Handy: Ich schalte es immer in den Flugmodus, wenn ich schreibe. Niemand kann mich dann erreichen. Nicht mal meine Frau.

Ich nenne diesen Zustand den „Bunker“. Ich bin dann im Tunnel.

Während dieser Bunkerphase ist es wichtig, dass du nur eine Sache machst:

Schreiben.

Kein Korrigieren. Kein Redigieren. Kein Recherchieren.

Und vor allem: kein Löschen.

Dein Ziel ist es, in dieser Phase Wörter aufs Papier zu bringen. Verbessern kannst du später.

Viele berühmte Autoren betonen immer wieder: Der erste Entwurf von allem ist immer kacke (Ernest Hemingway soll es wohl ursprünglich formuliert haben).

Und seien wir ehrlich: 1000 unperfekte Wörter sind besser als 0 perfekte Wörter.

Werde zur menschlichen Schreibmaschine

Du merkst: Das Schwierige am Schreiben ist nicht das Schreiben, sondern die richtige Vorbereitung.

Abraham Lincoln sagte schon:

„Wenn ich 6 Stunden Zeit hätte, um einen Baum zu fällen, dann würde ich 4 Stunden davon mit dem Schärfen der Säge verbringen.“

Sei schlau, mache es wie Abraham Lincoln – und wie ich.

Mit der richtigen Vorbereitung kannst du locker 1000 Wörter pro Stunde schreiben und zur menschlichen Schreibmaschine werden.

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg.

Schreib großartig, sei großartig,

Dein Walter

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Über den Autor:

Walter Epp in einem Gastartikel darüber, wie du 1000 Wörter in einer Stunde schaffstWalter Epp ist Buchautor, Blogger und dreifacher Familienvater. Auf seinem Blog schreibsuchti.de hilft er Bloggern, besser zu schreiben, ein Publikum aufzubauen und damit auch Geld zu verdienen. Hol dir hier seine 11 Rezepte für unglaublich erfolgreiche Blogartikel.

 

 

 

Vielen lieben Dank an dieser Stelle an Walter, dass er mir während des Mutterschutzes mit diesem Gastartikel ausgeholfen hat. Schaut unbedingt bei seinem Blog vorbei!

 

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Wie du 1000 Wörter in nur einer Stunde schreibst

Comments

  • 6. März 2020
    Ehre

    Ehrenmann

  • 15. Januar 2018

    Und hier ist er wieder – der Brutalo Texter. Danke!!! Ein Blogartikel von hinten anzufangen. Wie genial und doch so einfach ist den das bitte. Wenn ich so recht überlege, trifft das so auf ziemlich alles im Leben. Nur bei den einfachsten Dingen kommen wir nicht drauf.

  • 13. Januar 2018

    Ich denke auch, dass eine klare Zielsetzung und dann die Fokussierung aufs „tun“ das Wichtigste sind – egal in welchem Bereich 😉

    Aber gerade beim Buch schreiben ist ja der „Weg“ meist das Schwierigste. Was erleben die Helden, was ist der Höhepunkt des Buches ect. Da tue ich mich immer am schwersten…

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