Instagram ist ein soziales Netzwerk, das sich tatsächlich sehr gut für Autor_innen eignet, auch wenn es in erster Linie auf Fotos ausgelegt ist. Hier habe ich bereits beschrieben, wie du Instagram für dich und dein Marketing benutzen kannst.

Instagram bietet aber nicht nur an, dass du Fotos mit Begleittexten hochladen kannst, sondern hat seit einiger Zeit auch die so genannten „Insta-Stories“ im Gepäck: Wahlweise spontane Fotos oder 10-sekündige Videos, die für 24 Stunden von deinen Followern angesehen werden können.

Der Unterschied zwischen dem „Feed“ und den „Stories“

Der „Feed“ sind alle deine Bilder, die du regulär über die Instagram-App hochlädst. Sie bleiben sichtbar und du kannst bis zu 2.000 Zeichen verwenden, um einen begleitenden Text zu schreiben, so wie 30 Hashtags.

Die Stories hingegen bleiben nur für 24 Stunden sichtbar, außer du beschließt, sie „anzuheften“ und für alle auf Dauer sichtbar zu machen. Diese gespeicherten Stories finden sich dann über deinem Feed im Bereich „Highlights“.
Stories sind entweder Fotos, nur Text, GIFs oder Videos mit einer Länge von maximal 10 Sekunden.

Grau ist alle Theorie! Öffne mal die Instagram-App, 
wenn du sie installiert hast,
rufe deine Follower oder die Profile auf,
die du abonniert hast, und achte auf den
bunten Kreis um die Profilbilder.
Wenn jemand einen bunten Kreis hat,
dann hat er in den letzten 24 Stunden eine
Insta-Story gemacht, die du dir ansehen kannst.

So machst du eine Insta-Story

Es ist sehr einfach, Stories zu erstellen:

  • Öffne Instagram. Tipps oben links auf das Kamera-Symbol
  • Erlaube den Zugriff auf Kamera und Mikrofon. Die Kamera geht automatisch an. Benutze zunächst „Normal“ (siehe Kreis).
    Ein Tippen auf den weißen Kreis macht ein Foto, wenn du den weißen Kreis gedrückt hältst, machst du ein maximal 10-sekündiges Video.
  • Wenn du ausschließlich Text schreiben willst, wähle statt „Normal“ die Kategorie „Erstellen“
  • Bearbeite dein Foto nach Belieben. Wenn du nach links oder rechts wischst, kannst du Filter über das Bild legen und ihm so ein anderes Aussehen verpassen. Oben findest du eine Auswahl an Optionen, darunter Text (um Text auf das Bild schreiben zu können) und auch „Sticker“. Diese Sticker ermöglichen dir allerlei Extras: Du kannst (d)einen Standort angeben, andere Instagram-Profile verlinken, Hashtags einsetzen, GIFs benutzen (bewegte Bildchen), Musik einfügen, Uhrzeit einfügen, eine Umfrage starten, und vieles mehr.
  • Anschließend tippst du auf „Deine Story“, um das Foto oder Video zu veröffentlichen.

Was kannst du als Autor / Autorin in den Stories zeigen?

Kommen wir nun zu den Inhalten. Was solltest du posten?

Theoretisch gilt, das du die gleichen Dinge veröffentlichen kannst wie auch in deinem Feed: Schreibupdates, persönliche Erlebnisse, Witziges und Kurioses, Werbung zu deinen Büchern, und so weiter.

In der Praxis ist es oft so: Autor_innen, die einen sehr ästhetischen Feed haben, erleben ein paar Grenzen, wenn sie neue Beiträge planen. Es gibt zum Beispiel Autor_innen, die ihr Gesicht in ihrem Feed niemals zeigen, aber theoretisch kein Problem damit hätten, es zu tun (sie machen es nur nicht, weil sie zum Beispiel immer ihren Schreibtisch zeigen, wie es bei Helen Redfern der Fall ist).

Stories sind da sehr flexibel. Dort gibst du dich, wie du bist, plauderst aus dem Nähkästchen, nimmst deine Follower mit durch den Tag … Da alles nach 24 Stunden wieder verschwunden ist, kannst du sehr viel oberflächlicher und thematisch breiter gestreut sein als in deinem Feed.

Hier kommen nun 7 Anregungen, was du in den Stories zeigen kannst (natürlich kannst du das auch auf deinen Feed übertragen):

Behind the Scenes

Einblicke in dein Leben als Autor_in sind sehr spannend, ob du es glaubst oder nicht. Zeige deinen Schreibtisch, dein Notizbuch, ein kurzes Video davon, wie du arbeitest, woran du gerade recherchierst, … Lasse deine Leser_innen beim Entstehen des Buches teilhaben.

Teile Beiträge aus deinem Feed

Einige Instagram-Benutzer berichten, dass ihre Stories von mehr Menschen angesehen werden als ihre Beiträge, daher teilen sie oft ihre Beiträge auch in den Stories, um ihre Follower darauf aufmerksam zu machen.

Du machst das, indem du bei einem bereits veröffentlichten Beitrag auf den Papierflieger tippst und dann „Beitrag in deiner Story posten“ auswählst.

Nimm deine Leser_innen mit auf Messen, etc.

Wenn du das Haus verlässt, nimm deine Leser_innen einfach mit! Sei es eine Konferenz, eine Buchmesse oder eine Recherchereise: Gib einen Einblick in deinen Arbeitsalltag und teile vielleicht sogar interessante Dinge, die du gelernt hast, um Mehrwert zu bieten.

Stelle Fragen und lasse dir Fragen stellen

Es gibt bei den Stories die Möglichkeit, dass Follower dir Fragen stellen können. Lade sie also ab und zu dazu ein, Fragen zu stellen: „Was wolltet ihr schon immer mal von mir wissen?“

Du kannst auch selbst Fragen stellen und Umfragen in Leben rufen, um die Interaktion mit deinen Followern anzukurbeln.

Mache Gewinnspiele

Du kannst Gewinnspiele natürlich auch in deinem Feed veranstalten, aber es hat immer einen besonderen Reiz, wenn du es nur für die User machst, die deine Stories ansehen. Das fördert die Bindung zu dir.

Countdowns

Da du mit den Stories über die „Sticker“ Countdowns erstellen kannst, kannst du dieses Feature nutzen, um „Buzz“ für einen Buchlaunch zu erzeugen.

Oder auf deutsch gesagt: Zähle die Stunden herunter, bis dein neues Buch erscheint! Das macht neugierig und baut Spannung auf.

Teile Beiträge deiner Follower

Gerade wenn du in deinem Feed auf Einheitlichkeit achtest, widerstrebt es dir womöglich, Fotos von anderen Benutzern auf deinem Feed zu teilen, obwohl es eine gute Möglichkeit ist, um „Liebe zu verschenken“ (was ein sehr wichtiger Teil von SOCIAL Media ist).

Mit den Stories ist das wunderbar vereinbar, da du dort nicht auf Ästhetik oder Einheitlichkeit achten musst. Teile Rezensionen zu deinen Büchern oder stelle andere Autoren vor, die du toll findest. Auch andere Gewinnspiele oder Preisaktionen anderer Bücher kannst du hier promoten. Denke immer daran, wer deine Zielgruppe ist: Wenn du in erster Linie zu Leser_innen sprichst, interessiert sie ein Angebot zu einem Schreibworkshop vielleicht eher weniger (aber ausprobieren kannst du es trotzdem!).

Wie machen es andere? Lasse dich inspirieren!

Wenn du durch Instagram surfst, siehst du ab und zu Profile, die einen bunten Kreis um ihr Profilbild haben – das bedeutet, dass sie innerhalb der letzten 24 Stunden „Instagram Stories“ genutzt haben. Tippe auf ihr Profilbild, um zu sehen, was sie gepostet haben.

Du wirst dabei feststellen, dass dich manches mehr interessiert als anderes. Statt sich berieseln zu lassen, mache dir Notizen, was dir bei anderen besonders gut gefallen hat. Haben sie eine Geschichte erzählt, die Anfang, Mitte und Ende hatte? Haben sie besonders witzige oder schöne Fotos? Sind sie als Person einfach unglaublich sympathisch?

Wie immer gilt: Einfach mal ausprobieren und selbst testen! Keine Angst vor Fehlern, im Grund kannst du nichts falsch machen. Wenn dir etwas nicht gefällt, kannst du die Story jederzeit löschen.

Stories als Highlights

Sobald du geübt bist um Umgang mit Stories, kannst du dir überlegen, ob es Stories oder Story-Kategorien gibt, die du länger als 24 Stunden sichtbar machen willst. Hier kommen so genannte „Highlights“ ins Spiel.

Highlights sind abgespeicherte Stories, die jeder direkt in deinem Profil aufrufen kann (Hier: FBM-Tage, Autorenleben, Schreiben, Marketing)

Es kann sich lohnen, bestimmte Stories auf Dauer zu speichern, beispielsweise Leseproben/Schnipsel aus deinem neuen Roman. Menschen, die neu auf dein Profil stoßen, erhalten so gleich einen Einblick. Ich persönlich mag es auch, wenn ich die Person hinter dem Profil näher kennenlernen kann und daher Einblicke in das Leben dieser Person in den Highlights festgehalten werden.

Was ist „IGTV“?

Es gibt bei Instagram noch die Rubrik „IGTV“, also Instagram-TV. Das ist im Grunde wie YouTube: Du kannst dort Videos im Hoch- oder Querformat von deinem Handy aus hochladen, die maximal 15 Minuten lang sein dürfen. Wie wäre es beispielsweise mit einer dreiminütigen Lesung? IGTV-Beiträge können auch in deinem Feed angezeigt werden – Stories werden dort nie angezeigt.

Übrigens gelten für „Facebook Stories“ die gleichen Grundlagen wie für „Instagram Stories“.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Hast du noch Fragen? Dann schreibe sie gerne in die Kommentarsektion und ich beantworte sie.