Offenheit Neuem gegenüber ist eine Grundvoraussetzung für ein erfülltes Leben, behaupte ich. Warum? Weil du in deinem Leben ständig und immer wieder mit Veränderung und neuen Situationen konfrontiert wirst. Schon Heraklit wusste vor über 2500 Jahren: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Und er hatte keinen blassen Schimmer von dem Wandel, den die Welt durchleben würde.


Die schlechte Nachricht zuerst: Dein Hang zur Offenheit ist etwa zur Hälfte angeboren. Wenn du ein verschlossener, introvertierter Mensch bist, wirst du im Laufe deines Lebens wohl kein Partylöwe. Die gute Nachricht:

Du darfst selbst entscheiden,
wie offen du sein willst.

Denn zur anderen Hälfte ist es deine bewusste Entscheidung, die deine Offenheit Veränderung und Neuem gegenüber beeinflusst.

Wie offen du der Welt gegenüber bist, hat auch Auswirkungen auf Bereiche, an die du im ersten Moment nicht denkst: Sie beeinflusst deinen Freundeskreis, deine Essgewohnheiten, deine Gesundheit, deinen Erfolg und letztlich deine Lebenszufriedenheit.

Die Neigung zur Offenheit hängt eng mit deiner Fähigkeit zusammen, hemmende Gefühle aushalten und reflektieren zu können (darüber sprachen wir in Teil 2 der Resilienz-Serie). Die Theorie dahinter klingt unglaublich einfach:

Wenn du mit einer Veränderung konfrontiert wirst, hast du die Wahl, ihr gegenüber offen zu sein oder sie abzulehnen. Analysiere, warum du ihr nicht offen gegenüber bist. Welche Gefühle löst der Gedanke an die Veränderung aus? Welche Ängste verspürst du? Wenn du das wahrgenommen und reflektiert hast (beispielsweise mit einer Methode aus dem Journaling oder dem UMGANGsprinzip), merkst du, dass es letztlich wieder nur um einen Gedanken über eine Situation geht. Sobald du es schaffst, diesen Gedanken zu ändern, kannst du der Veränderung offen entgegentreten.

Lass es uns an Hand eines Beispiels durchgehen, das du hoffentlich nicht erleben musst: Eine unvorhergesehene Trennung. Nehmen wir an, du bist dieser Veränderung nicht sehr offen gegenüber, weil du die Beziehung gern erhalten hättest, aber dein/e Partner*in sieht keine Chance mehr.

Nach einer intensiven Analyse deiner Gefühle stellst du fest: Deine Angst vor Zurückweisung ist eingetreten. Du fühlst dich ungeliebt und schlecht behandelt. Du hast Angst vor dem Alleinsein.

Mit den Tipps aus Teil 2 unserer Resilienz-Serie schaffst du es, diese „negativen“ Gefühle ohne Bewertung wahrzunehmen. Mit dem UMGANGsprinzip findest du heraus, dass du die Trennung gern als den Neuanfang betrachten würdest, den dein Leben aktuell braucht. Du verarbeitest deine Ängste, indem du darüber schreibst und erfindest dich neu. Das Ganze dauert ein paar Wochen, aber dann stehst du eines Tages vor dem Spiegel, siehst dich an und merkst: Die Trennung ist okay. Es ist nicht schön, aber eine gute Möglichkeit, um dein Leben neu auszurichten.

Voilà, du hast dich für mehr Offenheit entschieden. Natürlich ist es nicht immer so einfach, wie es hier klingt. Aber allein das Wissen, dass du dich aktiv für Offenheit entscheiden kannst, gibt dir hoffentlich neuen Mut, diese Herangehensweise mal auszuprobieren.

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