Denk doch positiv! Denkmuster aktiv ändern.

26. November 2021

“Denk doch positiv!”

“Du musst dich selbst mehr lieben.”

“Du bist gut genug.”

Hast du solche Sätze schon einmal gehört und dir gedacht, dass das leider nicht so einfach ist, wie es klingt? Dann bist du in guter Gesellschaft.

In der Persönlichkeitsentwicklung sprechen wir hier von “Glaubenssätzen”. Das sind Denkmuster, die wir so oft im Kopf wiederholt haben, dass wir sie für Fakten oder Wahrheiten halten. Nicht selten tragen wir gewisse Ansichten seit unserer Kindheit mit uns herum.

Du hast über alles eine Meinung, auch wenn es dir nicht bewusst ist. Ein wolkenverhangener Tag kann bei dem einen bedeuten, dass es “auf die Laune drückt”, während ein anderer froh ist, dass es nicht regnet.

Wenn du ein Buch schreibst und in einer Phase bist, in der du alles furchtbar findest, ist das für die eine die Bestätigung: “Ich wusste doch, dass ich das nicht kann …”, während es für die andere Teil des Gesamtprozesses ist (“Dieses Gefühl gehört dazu und es geht auch wieder weg.”)

Glaubenssätze ändern fällt schwer (oder?)

Als ich zum ersten Mal erfahren habe, dass man seine Denkmuster aktiv verändern kann, las ich immer wieder, dass man einfach das Gegenteil seiner Meinung so oft wiederholen solle, bis man es glauben würde. Also soll ich verarmter Mensch jeden Tag zu sich sagen: “Ich bin reich!”.

Ein Mensch, der sich selbst nicht mag, soll sich jeden Tag vorbeten: “Ich mag mich und mein Leben.”

Oder es wird einer erfolglosen Autorin gesagt, dass sie sich jeden Tag sagen soll: “Ich bin erfolgreich!”

So funktioniert das leider nicht.

Warum nicht?

Weil es eine innere Stimme in dir gibt, die momentan stärker ist.

Als erfolglose Autorin sagst du vielleicht “Ich bin erfolgreich!”, aber die Stimme in dir widerspricht sofort. Nein, das bist du nicht. Du hast bisher nur Geld in den Sand gesetzt und alle Bewerbungen bei Verlagen wurden abgelehnt.

Es gibt nun meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten, wie du dieses Problem lösen kannst:

Lösung 1: Einen glaubhaften Gedanken finden

Deine Meinung über etwas löst bestimmte Gefühle aus, die wiederum zu Handlungen führen.

Die Kunst ist also, einen Gedanken zu finden, den du mit deiner inneren Kritikerin zusammen glauben kannst. Wenn deine bisherige Meinung negativ ist und der Schritt zu einem positiven Gedanken wie “Ich bin erfolgreich” zu groß ist, dann finde einen neutraleren Zwischenschritt:

  • Ich habe ein Buch geschrieben
  • Ich gebe mein Bestes
  • Ich werde herausfinden, wie ich erfolgreich sein kann
  • Ich bin erfolgreicher als XY (z.B. bist du, wenn du ein Manuskript beendet hast, erfolgreicher als die meisten Personen, die den Traum vom Buch haben und nie über die ersten paar Seiten hinauskommen)

Welchen Gedanken du heute glauben kannst, darfst du selbst herausfinden. Das UMGANGsprinzip kann dir dabei helfen.

Sobald du diesen Zwischenschritt-Gedanken glaubst und verinnerlicht hast, verändern sich auch deine Handlungen. Nach einiger Zeit kannst du testen, ob du bereits den positiven Glaubenssatz annehmen kannst oder ob dein innerer Kritiker weiterhin protestiert. In Mini-Schritten näherst du dich damit deinem neuen Denkmuster an.

Lösung 2: Gegen das Bauchgefühl handeln und die Gedanken nachziehen lassen

Das Prinzip “Gedanken erzeugen Gefühle, die sich in Handlungen niederschlagen” bleibt bestehen, du hast aber jederzeit die Freiheit, gegen dein Gefühl zu handeln. Das machen wir oft genug zu unserem Nachteil – lass es uns doch mal zu unserem Vorteil ausprobieren.

Wenn dir das UMGANGsprinzip geläufig ist, dann nimm dir einen leeren Zettel (oder eine Seite in deinem Journal) und spiele mit dem “A”: Welche Handlungen würde jemand machen, der das Mindset hast, das du dir wünschst?

Nehmen wir noch einmal das Beispiel der erfolglosen Autorin. Sie schreibt an ihrem vierten Roman, hat bereits drei im Self Publishing veröffentlicht, aber bisher kaum je etwas verkauft, sondern nur Ausgaben gehabt. Sie nimmt sich selbst als erfolglos wahr (das ist ihre persönliche Meinung von sich selbst – andere sehen sie womöglich als erfolgreich an, weil sie überhaupt schon drei Romane veröffentlicht hat!).

Diese Autorin setzt sich hin und fragt sich: Was würde Autorin Y tun? Autorin Y ist für sie ein Vorbild und in ihren Augen sehr erfolgreich.

Möglicherweise weiß unsere Autorin genau, was sie tun müsste – sie traute sich bisher nur nicht oder hat irgendwelche Gründe gefunden, die gegen diese Lösung sprachen.

Um ihre Glaubensmuster zu verändern, kann sie es trotzdem tun, obwohl sich alles in ihr sträubt. Sie imitiert damit ihre erfolgreichen Vorbilder und merkt nach und nach, dass sie erfolgreich sein kann. In Kombination mit anderen Mindset-Techniken wie einem Dankbarkeitsjournal hat diese Autorin das Potenzial, erfolgreich zu werden – und beweist sich somit einen Glaubenssatz, den sie bisher nicht glauben konnte.

Klingt einfacher als es ist (?)

Aus Gesprächen mit meinen Mitmenschen weiß ich, dass das in der Theorie zwar logisch klingt, von vielen jedoch nicht umgesetzt wird. Es herrscht der gesellschaftliche Glaubenssatz “Seine Meinung zu ändern, ist schwer.”

Ich sehe das zwar anders. Ich persönlich finde es sehr leicht, seine Meinung zu ändern – jedenfalls die meiste Zeit.

Das ist das Perfide an der Arbeit an den eigenen Gedanken: Wenn du an einem zu werkeln anfängst, tun sich drei neue auf, die du ebenfalls verändern müsstest, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen.

Es fällt sehr viel leichter, etwas im Leben zu verändern, wenn du es nicht mit dir selbst ausmachst. Eine Gruppe Gleichgesinnter – ob nun “Schreib-Buddys”, eine Mastermind-Gruppe, eine Mentorin oder was auch immer – unterstützt dich beim Wachsen und hilft dir im Austausch mit dir selbst.

Wenn du dir mehr Zufriedenheit in deinem Leben wünschst, ist mein erster Tipp daher: Suche dir Menschen, die das erreicht haben, was du dir selbst wünschst und lerne von ihnen.

Du wirst erstaunt sein, wie viel es dabei um Einstellungen (= Meinungen) gehen wird.

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Moin, ich bin Annika. Ich helfe dir, deinen besten Roman zu schreiben und ihn dann so zu veröffentlichen, wie du es dir vorstellst, ob mit oder ohne Verlag.

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