Der Begriff „Glaubenssatz“ fällt sehr schnell, sobald man sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Er beschreibt die Annahme oder Einstellung, die man einer Sache, Situation, Person oder einem Konstrukt gegenüber hat; eine innere Überzeugung von einer Tatsache (die aber nicht unbedingt eine objektive Tatsache ist).

Machen wir es an einem Beispiel fest:

„Ich kann keine 10 Seiten an einem Tag schreiben, wenn ich normalerweise nur 2 schaffe.“ Das könnte ein Glaubenssatz sein, der aufkommt, sobald jemand von meiner aktuellen Herausforderung hört (siehe Kreativbrief)

Du darfst selbst entscheiden,
was du glaubst.

Das spannende Paradoxon ist, dass wir – solange wir noch nicht in einer reflektierenden Grundhaltung leben – davon überzeugt sind, dass unsere Glaubenssätze objektiv der Tatsache entsprechen. Viele von ihnen haben wir als Kinder gelernt und von der Gesellschaft bestätigt bekommen. Zu den häufigsten gehören wohl Aussagen bzw. Gedanken wie:

  • Ich bin (dafür) nicht gut genug
  • Ich bin nicht liebenswert
  • Eigenlob stinkt
  • Geld muss man sich hart verdienen
  • Das Leben ist kein Ponyhof
  • Das Leben ist hart
  • Ich kann das nicht (+ Grund)

In der Arbeit mit Kreativen stoßen wir immer wieder auf genau solche Gedanken. Manchmal weiß man, woher diese Einstellungen kommen, manchmal ist man sich gar nicht darüber bewusst. dass diese Überzeugungen vom eigenen Umfeld stammen und man sie unreflektiert übernommen hat. Wenn man beginnt, an bestimmten Gedanken zu arbeiten, gerät man schnell in einen Strudel neuer Glaubenssätze, wie:

  • Es ist schwer, alte Glaubenssätze aufzulösen
  • Um mich zu ändern, brauche ich einen Coach
  • Ich muss alles ändern, was ich bisher geglaubt habe

Aber was wäre, wenn du dir deine eigenen Glaubenssätze baust? Gehe dabei in kleinen Schritten vor. Wenn du aktuell der Meinung bist, dass du nicht liebenswert bist, dann ist der Gedanke „Ich liebe mich voll und ganz“ für dich noch nicht wahr. Du merkst es daran, dass sofort eine innere Stimme Protest erhebt, sobald du auch diesen neuen Gedanken auch nur im Kopf formulierst. „Nein, tust du nicht“, sagt sie und du glaubst ihr.

Die große Kunst bei der Sache mit den Glaubenssätzen ist also, Annahmen zu finden, die du für wahr hältst. „Meine Mutter liebt mich“ könnte beispielsweise helfen, in den Satz „Ich liebe mich“ hineinzuwachsen – aber nur, wenn du vorbehaltlos zustimmst, dass deine Mutter dich liebt. Aus „Ich bin nicht liebenswert“ wird dann „Meine Mutter liebt mich“, danach vielleicht „Es gibt Menschen, die mich lieben“, bis hin zu „Ich liebe an mir, dass ich …“. Am Ende kann dann „Ich liebe mich!“ stehen.

So ergeht es mir bei meiner Challenge. Die Chancen, dass ich scheitere, sind sehr hoch und die Wahrscheinlichkeit spricht gegen einen Erfolg. Aber ich lege selbst fest, was ich über mich und diesen Versuch glauben will und ich bin davon überzeugt, dass ich es am Ende irgendwie hinkriegen werde.

Was möchtest du glauben?

Eine Nummer zu groß?

Fühlt sich dein neuer Glaubenssatz noch eine Nummer zu groß an? Mache kleine Schritte daraus!

  1. Kennst du jemanden, der das tut/hat, was du gerne tun würdest oder hättest?
  2. Wenn ja: Mache dir klar, dass „es“ also in der Theorie möglich ist.
  3. Achte auf dein inneres „Aber“: Warum sollte es für dich nicht möglich sein?
  4. Schreibe diesen hemmenden Gedanken auf.
  5. Überlege dir Antworten auf die Frage, warum es doch möglich sein könnte.
  6. Finde in deiner Ausarbeitung einen Satz (Gedanken, eine Annahme), den du glauben kannst.
  7. Trainiere diesen Satz, indem du ihn dir täglich mehrfach vor Augen rufst.
  8. Untermauere den neuen Satz, indem du dir klar machst, warum er wahr ist.

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