Am 1.12. erschien mein Buch „Sei ganz du selbst: Branding für Autoren“. Darin enthalten ist ein Kapitel darüber, wie man seine eigene Stimme findet, das ich dir hiermit als Leseprobe zur Verfügung stelle.

„Du musst dich als Marke aufbauen!“

Wer diesen Satz hört, der verbindet damit sehr unterschiedliche Gefühle: Manchen schnürt sich der Hals zu bei so viel „Marketing-Gequatsche“, andere bekommen ein großes Fragezeichen über dem Kopf, wieder andere würden ja gerne etwas in diese Richtung machen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen.

Ich komme beruflich ja aus dem Marketingbereich und habe mich in der Vergangenheit auch viel mit Corporate Branding beschäftigt, also den Strategien, wie man die Marke eines Unternehmens stärkt.

Diese Erkenntnisse habe ich für dich in einem kleinen Büchlein gesammelt und es „Sei ganz du selbst“ genannt denn genau darauf kommt es an.

Du kannst es hier bei Amazon, Thalia oder wo auch immer du willst bestellen.

duselbst_buchFür dich gibt es schon jetzt einen Einblick in das Buch. Legen wir los!

Wie findest du deine „eigene Stimme“?

Dies ist ein Auszug aus Kapitel 4 des oben genannten Buches. Es geht um die Frage, wie man nach außen hin wahrgenommen wird.

Was ist deine „eigene Stimme“?

Wenn im Folgenden von deiner „Stimme“ die Rede ist, dann meint das weder das Organ mit dem du sprichst, noch die „Erzählstimme“ in deinen Romanen. 

Deine Stimme repräsentiert die Art, wie du die Welt siehst.
Durch sie weiß man, wie du lebst, welche Meinungen und Ansichten du hast und was dein Credo ist.
Deine Stimme bestimmt, wie du schreibst und worauf man sich bei deinen Romanen freuen kann.

Deine Stimme ist die Art und Weise, wie du sprichst, wie du deine Gedanken formulierst, wie du deine Webseitentexte schreibst und auch, welche Meinung du vertrittst – falls du eine vertrittst (was ich dir sehr raten würde, denn gerade charakterstarke Menschen mit einer klaren Meinung werden beachtet!).

Deine Stimme findet sich unterschwellig in deinen Romanen wieder, aber nicht so präsent wie außerhalb deiner Romane, denn schließlich hat jede Geschichte, die du erzählst, eine eigene Stimme.

Anders ist das bei Sachbuchautoren: Hier sollte sich deine Stimme sehr deutlich wiederspiegeln!

 

Was leistet eine Stimme?

So wie mit deinem allgegenwärtigen Design, ist es auch mit deiner unverwechselbaren Stimme dein Ziel, an allen Kontaktpunkten mit Lesern, Influencern, Unterstützern und anderen Dritten gleich zu klingen und deine Marke zu repräsentieren.

Wie aber findest du deine eigene Stimme?

Es gibt kein Patentrezept, mit dem du in X Schritten deine Stimme findest. Sie entwickelt sich über einen langen Zeitraum, genau so wie deine Persönlichkeit – beides gehört unmittelbar zusammen! Wenn du ein schüchterner, eigentlich introvertierter Mensch bist, dann wirst du vermutlich keine dreckigen Witze reißen wollen – zumindest nicht im öffentlichen Internet. Bist du eine Rampensau, dann wären deine Fans womöglich sogar traurig, wenn du sie nicht reißt. Es liegt ganz bei dir!

Natürlich möchte ich dir dennoch fünf Möglichkeiten aufzeigen, wie du deine eigene Stimme findest:

Schreibe für dich selbst

Gerade eben in Kapitel 2 habe ich noch geraten, dass du an deine Zielperson schreiben sollst, jetzt sollst du auf einmal für dich selbst schreiben. Was denn nun?

Beides.

Sich in seinen Gegenüber hineinzuversetzen, hat den Vorteil, dass du im Idealfall mit deinen Texten genau seinen Nerv triffst. WIE du es tust, ist allerdings deine eigene Sache. Lass mich dir ein Beispiel geben:

Angenommen, du bist als Leser auf der Suche nach einer neuen Liebesromanautorin und stößt auf die Webseite von „Shannah Milton“ (habe ich mir gerade ausgedacht). Dort steht folgender Text:

Hallo lieber Leser, herzlich willkommen auf meiner Internetseite!

Ich freue mich, dass du zu mir gefunden hast. Mein Name ist Shannah und ich schreibe Liebesromane. Mein Debütroman „Als ich dich liebte: Die Geschichte von Will und Anna“ ist seit dem 1. Oktober bei Amazon erhältlich: (Link).

Solltest du zufällig Shannah Milton heißen, hoffe ich, dass dein Text anders sein wird. Dieser Beispieltext hier oben ist das, was mir zuerst einfällt, wenn ich mir überlege, was auf einer stinknormalen Autoren-Internetseite stehen könnte. Er ist informativ, man versteht, was ich sagen will, und ich leite meine Leser auch gleich auf mein Buch.

Aber dieser Text ist völlig austauschbar und ohne eigene Stimme geschrieben. Jede Autorin und jeder Autor könnte diesen Text mit dem entsprechenden Buchtitel geschrieben haben!

Wie klingt es also, wenn du ganz persönlich schreibst? Nicht für den Leser, sondern für dich?

Bei mir kommt da dann so etwas bei heraus:

Herzlich willkommen in meinem Wohnzimmer! Wie auch immer du hergefunden hast, ich hoffe, du bleibst ein bisschen. Auf diesen Seiten geht es um Liebe, Lust am Leben und Leidenschaft. Meine Romane nehmen dir den Alltagsballast von den Schultern, meine Videos erheitern dich (hoffentlich) und informieren dich darüber, wie du selbst Schriftsteller werden und welche Stolpersteine du dabei wie umgehen kannst.

 Überlege dir also gerne, an wen dein Text adressiert ist, damit du auch das schreibst, was für den anderen interessant ist, aber behalte dabei DEINE Stimme. Es ist durchaus möglich, dass du Spezialitäten wie einen Dialekt oder bestimmte Floskeln nutzt. Die Bloggerin Conni Biesalski („Planet Backpack“) verwendet beispielsweise ständig den Begriff „Hell yeah!“ und alle Kombinationsmöglichkeiten von „Fuck“. Das ist nicht jedermanns Sache – aber es macht ihre Sprache markant und authentisch, da sie auch so spricht. Es ist zu 100 % Conni, und das kann ich sagen, obwohl ich sie gar nicht persönlich kenne.

Extratipp: Nimm Texte auf, statt zu schreiben, oder lies wenigstens im Anschluss laut (!) vor, was du geschrieben hast. So bekommst du ein gutes Gefühl dafür, was tatsächlich von deiner echten Stimme ist und was eher allgemeingültig ist.

Der objektive Blick

Manchmal stehen wir uns ja selbst im Weg. Ich mache das ständig. In solchen Situationen hilft es oft, den eigenen Standort – metaphorisch gesprochen – zu verlassen. So kann man seinen Text so objektiv wie möglich betrachten, vielleicht auch mit Hilfe einer zweiten Person. Diese kann dir, wenn sie dich gut kennt, vielleicht sagen, welche Passagen nicht nach dir klingen, und zusätzlich werden dir Dinge auffallen, die die Person vielleicht nicht versteht, obwohl es für dich selbstverständlich ist.

Erhöhe den Zeitdruck

Die sehr erfolgreiche Autorin Nina George („Das Lavendelzimmer“) hat mal einen Bericht verfasst, in dem sie erzählte, wie sie zu ihrer Stimme kam: Sie hat früher als Journalistin gearbeitet und hatte einen cholerischen Chef, der ihr die Deadlines so eng gesetzt hat, dass sie ihre geschriebenen Texte nicht mehr überarbeiten und „verschönern“ konnte. So hat sie gelernt, schon den ersten Entwurf ziemlich qualitativ hochwertig anzufertigen und ihn trotzdem so zu schreiben, wie es gerade in ihr stand. Falls du also zu denjenigen gehörst, die ihre Texte (auch Facebook-Postings, etc.) mehrfach überarbeiten, bevor sie sie online stellen, zwing dich mal, einen Text innerhalb von zwei Minuten zu schreiben und zu veröffentlichen. Natürlich sollst du nichts ins Internet setzen, hinter dem du nicht stehst, aber mit hohem Zeitdruck wirst du gezwungen, den inneren Kritiker mal auszuschalten und deiner eigenen Stimme wieder Raum zu geben. Auch wenn der Kritiker in dir so etwas sagt wie „das ist aber kein schöner Satz“. Solange du dich nicht in einer Roman- oder Sachbuchüberarbeitung befindest – dort lohnt es sich durchaus, am Text zu arbeiten und ihn zu verschönern – kannst du das ignorieren, wenn es dem Finden deiner ganz eigenen Wortwahl dient. Sei ganz du selbst 😉

Imitiere andere Stimmen

Was, du sollst jemanden kopieren? Bei jemandem abschreiben?

Ja, ganz genau.

Aber nur zu Übungszwecken.

Indem du dir Menschen suchst, die bereits ihre Stimme gefunden haben, und diese imitierst, wirst du merken, was zu dir passt und was nicht. Dabei muss es sich nicht um reale Personen handeln. Du kannst dir Batman, Darth Vader, Hermine Granger oder Justus Jonas von den Drei ??? als Vorbild nehmen. Jeder, den du leicht imitieren kannst, hat eine markante Stimme. Probiere einfach aus, wie es sich anfühlt, mit verschiedenen Stimmen zu schreiben, so näherst du dich Schritt für Schritt deiner eigenen Stimme an. Stell es dir vor wie einen großen Kleiderschrank: Du ziehst verschiedene Kleidungsstücke heraus, die anderen Menschen gehören und probierst sie an. Viele sind zu groß oder zu klein, haben Muster, die du nicht magst oder sehen an dir einfach nicht aus. Wenn du aber weißt, was dir NICHT steht, dann kommst du immer mehr dahin, zu wissen, was zu dir passt. Schreib also mal einen Blogpost (nur für dich!) in der gehobenen Sprache einer Adligen, danach einen Absatz in der derben Mundart eines Landstreichers. Du wirst schnell merken, in welche Richtung du tendierst.

Übung macht den Meister

Verzweifle nicht, wenn du deine Stimme noch nicht gefunden hast! Es dauert seine Zeit, bis du tatsächlich weißt, wer du bist, wer du sein willst und wie du beides harmonisch miteinander verflochten nach außen trägst. Wichtig ist bloß, dass du weiterhin übst und immer beim Schreiben im Hinterkopf behältst, dass dein oberstes Ziel ist, ganz du selbst zu sein. Mache dich davon frei, irgendwelchen Regeln folgen zu wollen! Alles, was in diesem Buch steht, sind Gedankenanregungen, an die du dich halten kannst – oder eben auch nicht. Du entscheidest!

 

Noch ein Hinweis: Eine Stimme macht dich (an)greifbar

In der Einleitung zu meinem Buch steht, dass du Mut brauchst, um eine Marke aufzubauen. Allerspätestens wenn du eine gefestigte Meinung hast, für die du einstehst, wirst du diesen Mut beweisen müssen, denn man wird dich angreifen. Eine eigene Stimme polarisiert und inspiriert. Wir sind alles Menschen und wir sind angreifbar, besonders, wenn wir aus einer Masse heraus sichtbar werden. Möglicherweise wirst du von manchen Menschen falsch verstanden (diese Situationen wird es immer geben), andere haben eine andere Ansicht und du gerätst in die Verteidigung.

Auch wenn die Umsetzung des nächsten Tipps nicht ganz einfach ist und ich selbst manchmal daran scheitere, möchte ich ihn dir auf den Weg geben: Konzentriere dich auf die Menschen, die du anziehen willst und nicht auf die, die dir schaden wollen.

Tausche dich mit deinen Unterstützern aus, statt dir über doofe Kommentare Gedanken zu machen. Entfreunde Personen, die dir immer wieder Steine in den Weg legen. Lege deinen Fokus auf deine Fähigkeiten und deinen eigenen Weg – es muss nicht jeder nachvollziehen und verstehen können, warum du diesen Weg gehst, solange du selbst weißt, wieso du es tust.

Ende der Leseprobe.

Mehr Informationen zu diesem Buch

Ich hoffe, das Kapitel über die eigene Stimme hat dir gefallen und konnte dir schon jetzt helfen, deine „Marke“ ein bisschen zu schärfen.

In meinem Buch geht es nicht nur um die eigene Stimme, sondern um das Gesamtbild. Daher hier ein kurzer Abriss des Inhaltsverzeichnisses:

  • Schritt 1: Der Blick auf dich selbst
    • Deine Mission
    • Deine Vision
    • Deine Werte
    • Werte priorisieren
    • Adjektive
    • Hobbys
    • Du bist einzigartig
  • Schritt 2: Der Blick auf dein Gegenüber
    • Du kannst nicht jedem gefallen
    • Wer ist deine Zielgruppe?
    • Wie werden deine Leser und Influencer zu Untersützern?
  • Schritt 3: Dein „Corporate Design“
    • Was macht gutes Corporate Design aus?
    • Vorüberlegungen
    • Was gehört zu einem guten Corporate Design?
  • Schritt 4: Finde deine Stimme
    • Was macht deine Stimme aus?
  • Schritt 5: Werde sichtbar
    • Was kannst du von dir zeigen?

 

Viele Extras

In dem Buch enthalten sind übrigens nicht nur unzählige Tipps zur Markenbildung. Mit jedem Verkauf bekommst du auch Zugriff auf einen Downloadbereich, in dem Arbeitsblätter für dich bereitstehen, die du parallel zum Lesen ausfüllen kannst. Im Taschenbuch sind die Arbeitsblätter zusätzlich bereits integriert.

 

 

Interesse?

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