Vor langer Zeit habe ich hier im Kreativbrief mal das Buch „simplify your life“ vorgestellt. Ich habe es vor vielen Jahren gelesen, dann wieder aus den Augen verloren und neulich wiederentdeckt. Dabei habe ich festgestellt, dass dem „alten“ System in der Neuauflage eine zusätzliche Ebene angefügt wurde. Dieser Zusatz erinnerte mich an die Maslow’sche Bedürfnispyramide, die wir aus dem Schreibhandwerk (oder Biologieunterricht) kennen. Auch diese hat eine Ebene, die in den allermeisten Fällen von vielen vernachlässigt wird.

Das Zauberwort:
Transzendenz

Ich spreche von Transzendenz: Der Suche nach dem, was größer ist, als man selbst. Manche nennen es den Sinn des Lebens, für andere ist es die Suche nach etwas Göttlichem (was für viele zum gleichen Ergebnis führt). Ich möchte in diesem Artikel den Begriff „Dein Warum“ dafür nehmen.

Zehn Wochen lang haben wir uns nun damit beschäftigt, wie man seine mentalen Abwehrkräfte stärkt und ein zufriedenes Leben führt. Ich fasse es noch einmal für dich zusammen:

  1. Lasse alle Gefühle zu, die angenehmen und die unangenehmen. Unterdrücke nicht, sondern reflektiere sie.
  2. Akzeptiere, was ist.
  3. Baue Vertrauen in dich auf und verliebe dich (wieder) in dich selbst.
  4. Übernimm Eigenverantwortung dafür, wie du mit Situationen umgehst.
  5. Reflektiere, beispielsweise mittels Journaling, Meditation oder Gebet.
  6. Verabschiede dich von alten Denkmustern und formuliere neue Glaubenssätze.
  7. Sei offen für Veränderung.
  8. Lege den höchsten Stellenwert auf Beziehungen zu anderen Menschen. Die Qualität unserer Beziehungen definieren laut Studien am meisten, ob wir unser Leben als glücklich wahrnehmen.

Um das umzusetzen, brauchst du Einfühlungsvermögen (für dich und für deine Mitmenschen), Flexibilität (für Veränderungen, neue Denkprozesse, …), Frustrationstoleranz (um Gefühle und dein persönliches Wachstum ertragen zu können) und lösungsorientiertes Denken (das hilft dir, Verantwortung zu übernehmen und kreative Ideen zu finden, statt ins Jammern zu rutschen).

Ich bin der Meinung, dass all dies leichter fällt, wenn wir „unseren Platz“ gefunden haben.

Wirke, wo du bist.

Oft wünschen wir uns andere Umstände, um so leben zu können, wie wir es uns vorstellen. Sobald du eine sichere Antwort auf die Frage gefunden hast, warum wir als Menschen gerade DICH brauchen, wirst du einen inneren Frieden verspüren. Nenne es Berufung, nenne es deinen Lebensauftrag oder schlicht dein „Warum“. Auf der nächsten Seite findest du Ideen und Ansätze, um dieses Warum zu finden – einmal für die Gläubigen unter uns uns einmal für die „weltlich Orientierten“ oder Spirituellen.

Dieses „Warum“ ist das Benzin deines Lebensmotors. Durch deine Bestimmung wirst du intrinsisch motiviert und kannst gelassen(er) auf äußere Umstände reagieren, weil du dir stets der Relevanz deiner Existenz sicher sein kannst.

Bist du gläubig?

Sei mir nicht böse, wenn ich mich im Folgenden nur auf das Christentum beziehe. Ich bin mir sicher, dass du die Anregungen für dich abstrahieren kannst, wenn du einer anderen monotheistischen Religion angehörst.

Wenn du bisher nicht weißt, warum es dich gibt, dann lass uns zunächst eine Sache klarstellen: Du bist ein zu 100 % wertvoller Mensch, der von Gott geliebt wird – egal, was du tust. Nichts kann daran etwas ändern.
Gott hat dir Glauben geschenkt und dich berufen. Der Auftrag an Christen ist überliefert: Vom Evangelium zeugen und im dreieinigen Namen taufen (vgl. Mt 28,19-20).

Bist du kreativ?

Natürlich sind Gläubige auch kreativ. Ich meine mit dieser Überschrift, dass du vielleicht zu den Menschen gehörst, die nicht an (einen) Gott glauben und auch nicht an etwas Abstraktes wie „das Universum“. Jeder Mensch ist kreativ. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle eine Schöpfungskraft in uns tragen, die durch Kreativität ausgedrückt wird. Vielleicht gibt es gar keinen größeren Sinn, dass wir über diese Erde gehen und alles ist nur Evolution. Hält dich das davon ab, in Eigenverantwortung deinem Leben Sinn zu geben? Der Sinn deines Lebens ist, die dir gegebene Zeit mit Wichtigem zu füllen.

Nur, weil du weißt, womit du deine Lebenszeit ausfüllen willst, heißt das nicht, dass du keine Probleme haben wirst. Du nimmst sie vielmehr als Teil des Ganzen wahr und arrangierst dich damit.

Darüber hinaus hat Gott einen speziellen Plan für dich. Wenn du ihn nicht kennst, dann bete! Nutze die Gelegenheit, um dein Gebetsleben zu intensivieren. Sprich mit Gott und höre zu (!). Werde dir deiner Talente und Stärken bewusst. Wie kannst du sie im Rahmen der Nächstenliebe einsetzen? Wie kannst du der Menschheit mit deinem Können und deinem Wissen dienen? Beachte auch die Spalte rechts. Probiere dich aus. Nutze Journaling in Verbindung mit Gebet, um in einer „heiligen Stimmung“ dich selbst zu erkennen und so zu sehen, wie Gott dich sieht.

Frage dich, was du tun würdest, wenn alles erlaubt und möglich wäre. Wovon hast du als Kind geträumt? Die Meinungen Dritter – auch enger Familienmitglieder – zählen an dieser Stelle nicht. Es ist DEIN Leben. Die Welt hat so viele Lösungspotenziale. Welches Problem willst du lösen helfen? Was würdest du jeden Tag tun, wenn du in zwei Jahren garantiert sterben würdest? Womit willst du deine Lebenszeit füllen und inwiefern macht das einen Unterschied? Schreibe deine Antworten auf und staune.

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