In den letzten Monaten habe ich diverse Journaling-Methoden ausprobiert und bin derzeit beim klassischen „freien Schreiben“ in Prosaform sowie beim autobiografischen Schreiben hängen geblieben. Was hat das mit Meditation und Resilienz zu tun?

Um diesen Artikel so kurz wie möglich zu halten, beschränke ich mich auf eine Kernaussage: Schreiben öffnet dir den Weg zu deinen innersten Gedanken. In Kombination mit Meditation erreichst du so tiefere Ebenen deines Bewusstseins und Unterbewusstseins und kannst dein Leben aktiv in neue Bahnen lenken. Erinnere dich: Erkenntnis des IST-Zustands ist immer Bedingung für eine Veränderung.

Schreibend entdeckst und verstehst du nicht nur die Welt um dich herum, sondern auch dich selbst.

Unter dem Begriff Meditation versteht man Techniken, die deine Achtsamkeit bewusst auf bestimmte Dinge lenken. Du kannst dich damit in einen gewünschten Zustand versetzen (beispielsweise in Entspannung oder auch Ekstase). Es bedarf etwas Übung, aber ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen: Meditationen bewirken Wunder. Ich habe bei meinen beiden Schwangerschaften jeden Tag so genannte „Hypnobirthing“-Meditationen geübt, die helfen, die Schwangere während der Geburt in einen achtsamen Zustand zu versetzen.

Was soll ich sagen: Es hat so gut funktioniert, dass meine Hebamme mich irgendwann fragte, ob ich überhaupt noch Wehen hätte, da ich einfach nur ruhig atmend auf der Couch lag (ich habe mich für eine Hausgeburt entschieden).
Ehrlicherweise muss ich aber auch sagen, dass es beim zweiten Kind sehr viel besser klappte als beim ersten. Übung ist hier wirklich das Ausschlaggebende.

Es gibt im Internet und in den App-Stores unzählige Möglichkeiten, in die Meditation einzusteigen. Beispielhaft sei hier der frei zugängliche Onlinekurs der Techniker Krankenkasse genannt (unbezahlte Werbung).

Baue meditative Einheiten (täglich oder einmal die Woche, wie du magst) in deinen Alltag ein, indem du dich sonntags oder montags vor deinen leeren Kalender setzt und zuerst die Dinge einträgst, die du unterbringen willst (Schreiben, Tagebuch, meditieren, Sport, lesen, …). Anschließend setzt du deine To Dos ein, also Aufgaben, die erledigt werden wollen.

Untenstehend findest du eine Anleitung, wenn du mit dem „Journaling“ beginnen willst (Journaling ist analytisches Schreiben zur Selbsterkenntnis).

Vorbereitung

  • Es gibt keine Regeln. Was du hier liest, sind Vorschläge. So, wie du es machst, ist es genau richtig.
  • Erschaffe dir ein ruhiges Zeitfenster von einer Stunde Dauer.
  • Lege ein Notizbuch mit einem schreibenden Stift oder ein Tablet mit Schreib-App zurecht (ich nutze „Notability“).
  • Besorge dir Tee, Wasser oder Kaffee.
  • Lege instrumentale, ruhige Musik auf, wenn dich das in einen entspannten Zustand versetzt.

Und los!

Wenn du dich damit wohlfühlst, kannst du gleich mit einer Runde „freiem Schreiben“ anfangen. Stelle dazu den Wecker auf 30 Minuten und schreibe auf, was auch immer dir durch den Kopf geht: Wie es dazu kam, dass du diese Übung machst, wie es sich anfühlt und mit welchen Gedanken du dich aktuell trägst.

Falls dir das (noch) zu schwierig erscheint, hier ein sanfter Einstieg ins Thema „Journaling“: Stelle dich dem neuen Tagebuch vor! Beginne die erste Seite mit einem Text über dich. Wie heißt du, wie alt bist du, was machst du den ganzen Tag, wer gehört zu Familie, wo wohnst du?

Wenn du magst, kannst du dein Tagebuch auch interviewen und einen Dialog schreiben. Erzähl dem Tagebuch, dass du dir komisch vorkommst oder dass du Angst hast, diese Sache anzufangen und nicht zu beenden. Schreibe auch die Antwort deines Journals auf – vermutlich wird es dich beruhigen und dir versichern, dass du gar nicht jeden Tag schreiben musst.

Mir hat mein Tagebuch in einem solchen Dialog seinen Namen verraten. Was erfährst du?

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