Endlich ist es geschafft! Das Buch ist fertig und man fühlt sich bereit, damit auf Verlagssuche zu gehen. Dabei gibt es jedoch ein paar Punkte zu bedenken, wenn man Erfolg haben will. In diesem Gastartikel berichtet Cornelia Kiener über ihre Erfahrungen mit dem Verlagsweg.

 

Von Cornelia Kiener

 

Ich fing 1996 mit dem Schreiben an und es gelang mir, eine Kurzgeschichte beim Basteiverlag zu veröffentlichen. Angespornt durch diesen Erfolg schrieb ich weitere Kurzgeschichten, doch sie wurden abgelehnt. Bald darauf begann ich an einem Roman zu schreiben. Auch diesen bot ich dem Basteiverlag an, doch er wurde auch nicht genommen. Ich war enttäuscht.

Man versicherte mir zwar, dass mein Schreibstil sehr lebendig wäre, es allerdings noch an gewissen Techniken mangeln würde. Darauf folgte eine sehr lange Schreibpause.

Nach vielen Jahren holte ich meinen Roman wieder hervor, überarbeitete ihn nochmals und machte mich auf Verlagssuche. Wo? Natürlich im Internet.

 

„Wir suchen Autoren!“

 

Keine besonders gute Idee einfach mal „Verlage“ einzugeben, denn zuerst erschienen die, die groß damit warben.

„Wir suchen Autoren!“

Ich bewarb mich mit einer Leseprobe, wurde genommen und unterschrieb den Verlagsvertrag. Ich war happy! Tatsächlich hatte mein Roman endlich einen Platz in den Regalen gefunden! Da mir der Name des Verlegers jedoch irgendwie seltsam vorkam und ich ein ungutes Gefühl bekam, googelte ich den Namen – und fiel aus allen Wolken …

Das Ganze war nichts anderes als ein sogenannter Druckkostenzuschussverlag (DKZV)!

Daraufhin habe ich sofort per Mail und Brief mitgeteilt, dass ich vom Vertrag zurücktrete.

Man ließ mich nicht raus, mit der Begründung, durch meine Unterschrift sei ein Rücktritt vom Vertrag nicht möglich.

Wütend und verzweifelt suchte ich mir einen Anwalt, der auf Verlagssachen spezialisiert war. Ich hatte Glück im Unglück: Da ich noch keinen Cent bezahlt hatte, kam ich mit einem blauen Auge davon und blieb lediglich auf den Anwaltskosten sitzen.

Eine teure Lektion.

 

Der seriöse Weg

 

Danach meldete ich mich im Deutschen Schriftstellerforum www.dsfo.de an, wo ich eine Lektorin fand, die mir half, meinen Roman gründlich zu überarbeiten. Später absolvierte ich noch einen Schreibkurs und konnte meinen Roman mehrfach überarbeiten und fertigstellen.

Mittels einer Verlagsliste aus dem Forum und dem Handbuch für Autoren* suchte ich mir Verlage, die in Frage kamen, schickte ihnen meine Verlagsbewerbung und hoffte.

Ein Verlag war sehr interessiert und forderte nach kurzer Zeit das gesamte Manuskript an.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, die Frau, mit der ich Kontakt hatte, war total begeistert von meinem Projekt. Dennoch behielt ich mir im Hinterkopf. „Du hast den Fuß in der Tür, du bist aber noch lange nicht drin.“

Genauso war es. Ich wurde abgelehnt, was mich zutiefst enttäuschte.

 

Nicht aufgeben!

 

Aber ich gab nicht auf und suchte weiter. Eine Freundin riet mir dann, mich bei ihrem Verlag zu bewerben. Dieser war auch sehr interessiert, aber sein Verlagsprogramm für die nächste Zeit war voll. Dennoch erhielt ich meine Chance, denn er verwies mich auf einen anderen Verlag, mit dem er eng zusammenarbeitete.

Das war mein lang ersehnter Glückstreffer.

Ich fand den Schauermärchenverlag und erhielt innerhalb von zwei Wochen einen Verlagsvertrag. Dort erschien am 15.06.2016 mein erster Roman, „Das Schicksal der Jägerin“.

 

Das habe ich gelernt:  

 

Folgende Dinge habe ich aus meiner langen Reise mitgenommen:

  • Zuerst solltest du einen guten Roman schreiben
  • Ein ordentliches und aussagekräftiges Exposé ist für Verlage der Schlüssel
  • Verlage nicht einfach „blind“ anschreiben, sondern herausfinden, welche zum Buch passen
  • Geduld beweisen und nicht quengeln
  • Kontakte zu anderen Autoren knüpfen via Foren, Autorenstammtische, Soziale Medien
  • Niemals aufgeben, auch wenn es ausweglos erscheint.
  • Finger weg von sogenannten DKZ-Verlagen!

 

Außerdem möchte ich noch weitere Tipps loswerden, die angehenden Autorinnen und Autoren sicherlich helfen können:

  • Lies Schreibratgeber, auch wenn manches doppelt erzählt wird. Lerne das Handwerk kennen!
  • Hole dir Hilfe von Profis
  • Mache einen Schreibkurs
  • Nimm Kritik an, sie ist dein Freund und hilft dir, dich zu verbessern.

Zudem sollte man sich vor der Verlagssuche über folgende Punkte Gedanken machen:

 

Fragen vor der Verlagssuche

 

Welches Genre hat mein Roman?

Historischer Roman, Fantasy, Science Fiction oder gar ein Sachbuch? Nicht jeder Verlag verlegt alle Genres. Sei dir darüber bewusst, in welches Genre dein Roman fällt.
Tipp: Aussagen wie „Dieses Buch lässt sich nicht kategorisieren“ sind Gift für deine Bewerbung, auch wenn es stimmt! Der Lektor bzw. der Verlag muss wissen, in welchem Genre das Buch einzuordnen ist.

 

Für welche Zielgruppe ist er gedacht?

Jugendliche von – bis –, Kinder, Erwachsene, Frauen, Männer, bei Sachbücher z. B. für Ärzte, Studierende etc.. Gerne so konkret wie möglich: „Ein Liebesroman für junge Frauen, die die erste Liebe erleben wollen“.

 

Was ist besonders an meiner Geschichte? Was ist anders als in den x anderen Romanen oder Sachbüchern?

Mit diesem Punkt machst du den Verleger neugierig auf dein Projekt.

 

Wovon handelt das Buch?

Welche Botschaft soll das Buch verbreiten? Wovon handelt die Geschichte?

Das wird meistens im Exposé erzählt, kann aber auch ins Anschreiben reingenommen werden.

Es nutzt nichts, wenn man einen Krimi geschrieben hat, diesen jedoch einem Verlag anbietet, der nur Kinderbücher verlegt.

 

Meine Vorgehensweise

 

So gehe ich vor, wenn ich ein einem Verlag einen Roman anbieten will:

 

  1. Homepage des Verlags besuchen, der zu meinem Roman passt
  2. Nach dem Punkt „Manuskripteinsendungen“ o. Ä. suchen
    1. Falls dort steht, dass aktuell keine Manuskripte angenommen werden, nächsten Verlag suchen
    2. Falls sie Manuskripte annehmen, Punkt 3:
  3. Kontaktaufnahme über E-Mail oder Kontaktformular. Dort füge ich Folgendes ein:
    • Name
    • Kontaktmöglichkeiten
    • Genre
    • Arbeitstitel
    • Umfang
    • Kurze Inhaltsangabe (Pitch)
    • Bitte um Rückmeldung, ob Interesse besteht
  4. Wenn sich der Verlag meldet, schicke ich ihm die komplette Verlagsbewerbung: Anschreiben, Exposé, Leseprobe
  5. Ich warte ab. 6-8 Wochen nehmen sich die Verlage in der Regel Zeit, wenn nach 12 Wochen keine Rückmeldung kam, sehe ich es als Absage.
  6. Falls eine Absage kam (oder sich der Verlag nicht gemeldet hat), schreibe ich den nächsten Verlag an.

 

Tipp: Nicht zu viele Verlage parallel anschreiben

 

Nicht nur Autoren sind untereinander vernetzt, sondern auch Verlage. Schreibe deshalb nicht zu viele Verlage parallel an. Ich persönlich schreibe zuerst den Verlag an, zu dem ich am liebsten möchte und warte seine Reaktion ab. Erst dann bewerbe ich mich bei dem nächsten Verlag.

 

Wie war dein Weg?

Lass uns in den Kommentaren gerne darüber sprechen, wie du deinen Weg zum Verlag erlebt hast – oder warum du dich gegen einen Verlagsweg entschieden hast. Welche Tipps hast du für angehende Autorinnen und Autoren?

Danke an Cornelia für den Bericht!

 

Über die Autorin

Cornelia KienerCornelia Kiener wurde im April 1975 in München geboren. Zu schreiben begann sie im Jahr 1996. Ihre erste Kurzgeschichte „Das Internat der Grauens“ erschien 1996 beim Basteiverlag als Horrorstory der Woche.

Die Autorin lebt mit ihrer Katze Sheila in München.

Ihr erster Roman „Das Schicksal der Jägerin“ erschien im Schauermärchenverlag. Es ist der Auftakt einer 5-bändigen Serie um die Vampirjägerin Nadine Wolf

Bisher erschienen sind

Das Schicksal der Jägerin*

Die Gefahr der Neugier*

 

Cornelia im Netz:

www.cornelia-kiener.de

www.fachebook.com/autorinc.kiener