Umgangssprachlich sind Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwert oder Selbstsicherheit alles das Gleiche, dabei bezeichnen sie unterschiedliche Ansätze und Ausprägungen des gleichen Themas. Am hilfreichsten für unser Leben finde ich den Aufbau des Selbstwerts, also der Liebe zu sich selbst. Kurz gesagt: Wenn du dich selbst annimmst und bedingungslos liebst, führt das langfristig zu einem zufriedenen Leben. Ein hoher Selbstwert sollte nicht mit Arroganz verwechselt werden: Arroganz erhebt sich über andere und stuft Mitmenschen herab. Eine arrogante Person fühlt sich als etwas Besseres.

Eine Person mit ausgeprägtem Selbstwert (hier: Selbstliebe) hingegen sieht sich mit allen Mitmenschen auf der gleichen liebenswerten Ebene. Interessanterweise entsteht Arroganz sogar häufig aus einem Mangel an Selbstwert heraus.

Wer sich selbst vertrauen kann, hat keine Angst vor Gefühlen. Ein Ergebnis deiner Resilienzsstrategie wird sein, dass du in der Lage bist, Gefühle zu erleben, die unangenehm sind. In vielen Bereichen des Lebens ist notwendig, eine Zeit lang unangenehme Gefühle auszuhalten und diese Resonanz in deinem Körper zu ertragen. Selbstbewusste Menschen haben dabei Vertrauen in sich selbst: Sie wissen, dass unangenehme Gefühle das Schlimmste sind, was passieren kann.

Selbstwert entstammt der Liebe,
Arroganz der Angst.

Kleine Kinder lernen Selbstvertrauen, indem sie ständig neue Dinge lernen, die sie zunächst nicht konnten und vor denen sie womöglich sogar Angst haben. Die Erfahrung „Ich habe das geschafft!“ erfüllt sie mit Stolz auf sich selbst. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die Rückmeldung ihrer Umwelt.

Auch wir können unser Vertrauen in uns stärken, wenn wir uns regelmäßig Herausforderungen stellen, die uns unangenehm erscheinen oder uns sogar Angst machen. Wichtig finde ich dabei die Reflexion: Was sind deine Befürchtungen, bevor du eine bestimmte Sache tust und wie denkst du darüber, nachdem du dich getraut hast?

Selbstbewusstsein im Sinne des Selbstwerts hat viel mit Akzeptanz zu tun (dem Thema der letzten Ausgabe). In der Psychologie spricht man von „Selbstannahme“. Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst kritisch zu hinterfragen, über sich lachen zu können, flexibel auf eine veränderte Situation zu reagieren und Freude am Leben zu haben. Fehlen diese Dinge, dann schwindet nicht nur die Lebenszufriedenheit, sondern man sucht ständig Anerkennung und Bestätigung bei seinen Mitmenschen, was bis zur Geltungssucht führen kann. Wer sich selbst hingegen liebt – und zwar mitsamt seiner vermeintlichen und realen Fehler – der ist von der Zuneigung seiner Mitmenschen weitestgehend unabhängig. Wenn du deine Selbstwahrnehmung, dein Selbstvertrauen und deinen Selbstwert steigern möchtest, stelle dich häufig Dingen, die dir Angst machen oder dir unbehaglich sind und reflektiere im Nachhinein, was gut lief und welche Gedanken du ändern kannst.

Untenstehend findest du eine Liste mit beispielhaften Übungen. Erledige so viele Dinge auf dieser Liste, wie möglich. Füge auch eigene Herausforderungen hinzu.

  • Veröffentliche ein Video von dir im Internet
  • Schreibe ein Gedicht und lies es jdm vor
  • Bitte auf dem Flohmarkt um 50 % Nachlass
  • Verlange ein Gehaltserhöhung
  • Trage etwas, das du nie getragen hast
  • Veröffentliche eine Szene deines Romans
  • Gehe auf Instagram/YouTube live
  • Mache einer fremden Person ein Kompliment
  • Absolviere den Parcours in einem Kletterpark

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