Wie kann man seine Ideen schützen?

19. Mai 2017

“Ich habe fantastische Ideen für mindestens drei Romane! Willst du sie hören?”

Warum du mit solchen Aussagen vorsichtig sein solltest und inwiefern du deine Ideen schützen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Der Schutz geistigen Eigentums

Ganz generell gibt es in Deutschland Möglichkeiten, Ideen schützen zu lassen, aber schon gleich am Anfang muss ich dich enttäuschen: Für Schriftsteller ist es fast unmöglich, eine Romanidee schützen zu lassen, um in Ruhe an ihr zu arbeiten.

Den Schutz von Eigentum regelt das Bürgerliche Gesetzbuch, allerdings nur für stoffliche Dinge. Es gibt Zusatzgesetze (Patentgesetz, Urheberrecht), die auch nicht-stoffliche Dinge schützen, allerdings nur in sehr abgestecktem Rahmen Ideen, beispielsweise für eine Erfindung.

Die bittere Wahrheit ist:

[Tweet “Ideen sind per se nicht geschützt.”]

 

Du kannst nicht zum Patentamt gehen und ein Patent für deine Romanidee veranlassen. Solange deine Idee nur eine Idee ist, gilt sie als Allgemeingut.

 

Urheberrecht: Nur realisierte Werke

Die einzige Möglichkeit, die du hast, um deine Idee zu schützen, ist: ERZÄHLE SIE NIEMANDEM (und selbst dann bist du nicht davor gefeit, dass ein anderer zur gleichen Zeit die gleiche Idee haben könnte).

Wenn du deinen Roman aufgeschrieben hast und somit dein Buch “geschöpft” wurde, ist die Idee auch geschützt.

 

Muss ich mein Buch veröffentlichen, um die Idee zu schützen?

Theoretisch nicht, es reicht aus, wenn du deinen Roman mit der Knalleridee in der Schublade liegen hast, allerdings ist die Beweiserbringung unter Umständen schwierig. Es gilt der Grundsatz “wer zuerst kommt, mahlt zuerst”, und wenn jemand ein Buch mit deiner Idee veröffentlicht, liegt es an dir, ihm zu beweisen, dass dein Buch mit dieser Idee von dir schon vor ihm geschöpft wurde (wer weiß, wie lange sein Manuskript vorher schon auf seinem Schreibtisch geschlummert hat!).

Wenn du sichergehen willst, veröffentliche dein Buch, um deine Idee zu schützen. Das muss nicht über einen Anbieter sein, es reicht theoretisch auch deine Webseite oder eine Seite im Internet, auf der man Geschichten veröffentlicht.

 

Ideenklau bei Verlagen und Lektoren

Ich höre relativ oft gerade von “Anfängern”, die die ersten Schritte Richtung Veröffentlichung machen, dass sie Angst haben, ein Verlag (oder eine Agentur oder ein Lektor) könnte die Idee klauen, wenn man sie beauftragt, das Buch zu prüfen.

Es besteht die Befürchtung, das eigene Werk würde abgelehnt und stattdessen könnte die supertolle Idee mit hauseigenen Autoren verwirklicht werden.

Erst einmal die Entwarnung: Kein seriöser Verlag und kein seriöser Buchbranchenmensch würde jemals eine Romanidee klauen, die auf seinem Schreibtisch liegt. Er spielt damit mit seinem Ruf und seiner Existenz, was das Risiko nicht wert ist.

Davon abgesehen ist mir noch nie eine Idee untergekommen, die so genial, neu und umwerfend war, dass es sich gelohnt hätte, dafür alles, wofür ich arbeite, aufs Spiel zu setzen.

Rational gesehen, ist es für Verlage viel zu unsicher, sich auf eine Idee zu verlassen. Eine Idee macht noch keinen Bestseller! Auch der Schreibstil, die Figurenentwicklung, und viele weitere Faktoren müssen stimmen, um ein Buch zu verkaufen (und selbst dann gibt es ein Restrisko).

Entspann dich einfach ein bisschen. Es kommt ab und zu vor, dass drei Autoren einem Verlag die gleiche Idee vorstellen (besonders bei Liebesromanen unterscheiden sich manchmal nur die Namen und Orte der Beteiligten, und die Grundstory ist identisch). Wenn dann deine Idee abgelehnt wird und ein paar Monate später ein Roman mit “deiner” Idee erscheint, sei ein bisschen selbstkritischer: Kann es nicht sein, dass jemand anderes die gleiche Grundidee hatte? (Also mir ist das passiert! Ich habe monatelang ein Projekt im Kopf gehabt und als ich es realisieren wollte, erschien ein Buch mit genau meiner Idee als Thema und erschreckend vielen Parallelen, obwohl ich keiner Sterbensseele etwas erzählt hatte).

 

Video: Ideen schützen

Zu diesem Thema habe ich auch ein Video erstellt:

 

Mit der Erstellung deines Werkes ist dein Roman geschützt und niemand darf ihn ohne deine Zustimmung weitergeben, abschreiben oder irgendwie verwenden.

Falls du in einer Schreibgruppe bist, stelle sicher, dass die Mitglieder der Gruppe vertrauenswürdig sind, ehe du über deine Ideen sprichst.

 

Titelschutz

Im Gegensatz zur Romanidee, kannst du deinen Wunschtitel 6 Monate vor der Veröffentlichung schützen lassen. Es ist nämlich so, dass Buchtitel nur ein Mal verwendet werden dürfen (es gibt Ausnahmen, auf die wir jetzt nicht eingehen). Das führt dazu, dass sich manche Titel sehr ähneln, weil sie im gleichen Genre und mit einer ähnlichen Grundidee erstellt wurden und viel mit Untertiteln gearbeitet wird.

Mehr zum Thema Titelschutz findest du in diesem Beitrag: Der ideale Buchtitel (15 Wege zum Buchtitel)

 

Sind Fanfictions eigentlich erlaubt?

Was ist eigentlich urheberrechtlich geschützt, wenn ich einen Roman veröffentliche? Nur die Idee? Auch die Figuren? Was passiert, wenn ich einen Fan habe, der eine eigene Geschichte mit meinen Figuren schreibt und sie als so genannte “Fan Fiction” veröffentlicht?

Generell verstoßen Fanfictions gegen das Urheberrecht. Du darfst eigentlich keine Geschichten mit Harry und Voldemort schreiben, keine neuen Abenteuer für Frodo und Gandalf erfinden und dich nicht noch einmal auf Mr. Grey einlassen. Die Figuren sind das geistige Eigentum der Autoren und dürfen ohne ihre Erlaubnis nicht benutzt werden.

Da spielt auch die Intention keine Rolle: Es ist egal, ob du mit deiner Fanfiction Geld verdienen willst oder nicht. Gesetzlich begehst du hier eine Urheberrechtsverletzung.

Zum Glück fühlen sich die meisten Autoren geehrt, wenn Fans ihre Figuren so wunderbar finden, dass sie eigene Geschichten damit kreieren. J. K. Rowling beispielsweise gibt den Hinweis, dass es okay ist, ihre Figuren für eigene Geschichten zu verwenden, aber sie möchte nicht, dass obszöne Geschichten mit ihnen geschrieben werden (leider verhallt dieser Ruf in den weiten des Internets nahezu ungehört). Manche Autoren (Anne Rice, Raymond Feist) sprechen sich aktiv dagegen aus, ihre Ideen und Figuren für Fanfictions zu nutzen.

 

Piraterie

Obwohl ein Buch geschützt ist, wenn es veröffentlicht wurde, gibt es Menschen, die sich über das Urheberrecht hinwegsetzen und diese Bücher auf Drittseiten zum illegalen Download anbieten. Ich habe einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben, der dir genau erklärt, wie du dich gegen diese Piraterie (wenigstens teilweise) schützen kannst: E-Book-Piraterie

 

Wie gehst du mit neuen Ideen um? Besprichst du sie mit Vertrauenspersonen oder behältst du alles für dich?

Ich würde mich gerne mit dir über deine Erfahrungen und auch Sorgen austauschen. Die Kommentarleiste ist dein Freund:

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Hey,
danke für den interessanten Artikel.
Meine Ideen teile ich nur mit Freunden die ich wirklich gut kenne und von denen ich weiß das sie nichts weitererzählen 😉

zum Thema Ideenklau, ich denke auch wenn die Grundidee gleich ist werden zwei Autoren nie genau das gleiche schreiben. Einfach weil ihre Schreibstile ja schon unterschiedlich sind.

Lg Lara

Die Antwort auf deine Frage muss klar lauten: gar nicht. Auch wenn der Roman, der auf der Idee basiert, veröffentlicht ist, ist die Idee nicht schützbar. Nur die konkrete Umsetzung im Roman, der Text. “Ideenklau” ist moralisch verwerflich, aber gesetzlich erlaubt. Der Rat “wenn du sichergehen willst, veröffentliche dein Buch, um deine Idee zu schützen” hilft deshalb nicht weiter.

Sind die Ideen von Anfängern so gut, dass sie befürchten müssen, beklaut zu werden? Eher nicht.
Ansonsten kann man sich auch von veröffentlichten Werken inspirieren lassen. Man muss sich nur anschauen, wie viele geniale Ermittler a la Sherlock Holmes es gibt, die sogar noch erfolgreich sind. Ein Werk braucht eine Schöpfungshöhe, aber kann schon alte Ideen aufgreifen und verarbeiten.

Kann man die Art und Weise wie man zum Beispiel Grammatik oder den Aufbau eines Übungshefts darstellt, gesetzlich schützen lassen ?

Ich kann leider keine Rechtsberatung dieser Art anbieten. In einem solchen Fall bitte einen darauf spezialisierten Anwalt fragen. Ich denke aber nicht, dass das geht – weiß es aber nicht!

Ich kann hier nur über den Kinderbuch-Bereich schreiben – gerade die großen, angeblich seriösen Verlage stehlen Ideen zu guten Kindergeschichten und Bilderbüchern.
Die Verlage nehmen eine gute Buch-Idee und lassen sie von ihren Hausautorinnen einfach neu schreiben und illustrieren und schon ist es nach deutschem Recht ein neues Produkt.
Man kann nichts dagegen unternehmen – Ideen sind bei uns nicht geschützt.
Selbst wenn man sich von Agenten vertreten lässt, kann man “bestohlen” werden, denn keine Agentur wird sich mit einem großen Verlag anlegen. Die Agenten müssen ja weiterhin mit diesen Verlagen zusammenarbeiten.

Ich bin bereits zweimal von großen Kinderbuch-Verlagen um meine Ideen gebracht worden. Das letzte Mal sogar durch einen Agenten vertreten.
Ich muss es leider drastisch ausdrücken, in den Lektoraten großer Kinderbuch-Verlage tummeln sich LektorInnen denen jeder Skrupel fehlt und die vor keiner Lüge und Hinterhältigkeit zurückschrecken.

Meine Erfahrung – es ist besser Kontakte zu kleinen und mittleren Verlagen zu suchen. Ein kleiner bzw. mittlerer Verlag kann es sich nämlich wirklich nicht leisten zu klauen. Den Großverlagen im Kinderbuchbereich ist das egal. Die haben ihre Rechtsabteilungen gegen die man nie ankommen wird.

Aber – gebt nicht auf. Ich tue es auch nicht.

Ich habe ein Kinderbuch geschrieben und suche einen Verlag. Ich weiss nicht, ob es sinnvoll ist, Name und Figur rechtlich schützen zu lassen um Klau zu vermeiden. Hat jemand Ahnung?

Hallo Angela, es ist kaum möglich, den Namen (meinst du den Titel??) oder die Figur schützen zu lassen, ohne die Geschichte zu veröffentlichen. Natürlich könntest du Titelschutz beantragen, der gilt aber nur 6 Monate und in dieser Zeit wirst du kaum einen Verlag finden, das Manuskript lektoriert bekommen und das Buch veröffentlichen. Mit der Unterzeichnung des Vertrags gibst du die Rechte in der Regel ab – das Risiko, dass ein Verlag eine Idee “klaut”, bleibt, sollte aber bei seriösen Verlagen eine eher unbegründete Angst sein.
Liebe Grüße!

Zitat: Also mir ist das passiert! Ich habe monatelang ein Projekt im Kopf gehabt und als ich es realisieren wollte, erschien ein Buch mit genau meiner Idee als Thema und erschreckend vielen Parallelen, obwohl ich keiner Sterbensseele etwas erzählt hatte).

Hattest du dein Buch eigentlich dennoch geschrieben und heraus gebracht?

Ich denke mir das oft ähnliche Geschichten dennoch veröffentlicht werden, oder?

Hallo! Nein, ich habe es dann nicht gemacht, obwohl es sicherlich nicht so dramatisch gewesen wäre. Da ich die Autorin aber kannte (bzw. kenne), wollte ich unsere Beziehung nicht belasten, indem ich den Verdacht auf mich ziehe, abgeschrieben zu haben 😉
Ich denke auch, dass viele sehr ähnliche Geschichten veröffentlicht werden, dagegen kann man sich nicht wehren 🙂

Danke für die schnelle Antwort 🙂

viele Grüße von der Mosel

Hey, ich bin gerade auf diese Seite GESTOSSen.
Ich habe in diesem Gebiet leider keinerlei ERFAHRUNGEn, darum hoffe ich, dass du das hier trotzdem liest, AUCh wenn der Artikel hier schon älter ist.
Ich bin absolut kreativ in so vielen Hinsichten. (Dichten, Beschreibungen, allgemein meine ausdrucksweise, zeichnungen, Songtexte schreiben, usw..)
Das Problem ist, eine GESCHICHTS Idee sticht besonders heraus, und lässt mich nicht los. Bisher habe ich keine genauen Begriffe wir zb Namen oder Buchtitel, und nicht mehr als viele Stichworte und kleine, jeweilige Umschreibungen dafür.

Ich werde immer für meine Ausdrucksweisen gelobt, aber ich bin ehrlich… Ich denke ich habe nicht genug Schreibtalent um einen riesigen Roman zu verfassen.
Ist es theoretisch möglich eine Art Skizzbuch in Schreibform zu verfassen und dieses irgendwo HINZUSCHICKen, und eventuell Hilfe beim endgültigen detaillierten Schreiben von einem Experten zu bekommen, der das mit mir zusammen macht? Also dann nur, falls dem Verlag etc, mein Schreib Skizzbuch gefällt? Gibt es da Möglichkeiten?

GEDANKEN ÄUSSERN


Moin, ich bin Annika. Ich helfe dir, deinen besten Roman zu schreiben und ihn dann so zu veröffentlichen, wie du es dir vorstellst, ob mit oder ohne Verlag.

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Moin, ich bin Annika. Ich helfe dir, deinen besten Roman zu schreiben und ihn dann so zu veröffentlichen, wie du es dir vorstellst, ob mit oder ohne Verlag.