Wie viele Bücher willst du in den kommenden 12 Monaten verkaufen?

6. Januar 2022

Es ist ja eine Tradition, sich am Ende eines Jahres hinzusetzen und sowohl Revue passieren zu lassen, als auch Ziele (oder Vorsätze) für das nächste Jahr auszurufen.

 Hast du dir für deine Romane mal konkret überlegt, wie viele du wann und wie verkaufen möchtest?

In der Zusammenarbeit mit Autor*innen stelle ich immer wieder fest, dass es an diesem Punkt Probleme gibt. Woher sollst du wissen, wie du wann welche und wie viele Romane verkaufen wirst? Kannst du das beeinflussen?

Ja, zum Teil. Legen wir los!

Analyse der Vergangenheit

Um eine halbwegs belastbare Prognose abgeben zu können, wäre es nicht verkehrt, den Blick zunächst nach hinten zu werfen. Wenn du bereits Romane am Markt hast, wie haben die sich verkauft?

Je detaillierter du analysieren kannst, desto aussagekräftiger wird deine Prognose für das kommende Jahr.

Liste zunächst auf, welche Romane du neu veröffentlicht hast und welche bereits erhältlich waren.

Dann finde heraus, an wie viele Menschen du diese Bücher vermarktet hast. Wie viele Follower hattest du in den verschiedenen Netzwerken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung? Wie viele waren im Newsletter angemeldet? Hast du Werbung geschaltet und darüber Leute erreicht, die dich bisher nicht kannten?

Etwas schwieriger wird es bei den Zahlen, zu denen du keine Statistiken hast. Wie viele Menschen sind auf den Shopseiten (Amazon, Thalia etc.) gelandet und wie viele davon haben gekauft? Das lässt sich leider – soweit ich weiß – für KDP nicht direkt einsehen (heißt: Amazon stellt keine Daten bereit, die besagen, wie viele Menschen auf deiner Produktseite gelandet sind und wie viele dann gekauft haben. Wenn jemand neuere Informationen hat, bitte gerne in die Kommentare posten!). Hier kannst du nur schätzen. Eine übliche Rate wäre 2 %, also ein Verkauf auf 50 Besucher. Und in der Regel sagt man, dass ungefähr 0,05 bis 0,2 % der Leute, die deine Werbung wahrnehmen, auf entsprechende Links klicken (wobei ich da selbst mit Facebook-Werbung deutlich höhere Klickraten erzielt habe in der Vergangenheit).

Das bedeutet: Wenn du an einem Tag 2 Bücher verkauft hast, kannst du pi mal Daumen davon ausgehen, dass um die 5000 Menschen irgendwie mit deinem Buch in Kontakt gekommen sind (beim Scrollen durch Instagram oder über Empfehlungen und so weiter). Das ist nicht ganz akkurat gerechnet und mit vielen Variablen, aber eine bessere Ausgangslage, als gar keine Zahlen zugrunde zu legen.

Nehmen wir also einfach mal für unser Beispiel an, dass du durchschnittlich 20 Bücher im Monat verkauft hast bei einer Reichweite von ca. 50.000 Menschen pro Monat über alle Plattformen hinweg. Du hattest im Schnitt 200-500 Follower bzw. Newsletter-Abonnenten, der Rest kam über Rezensionen auf Blogs, Zusammenarbeiten mit Bookstagrammern, Interviews und geschalteter Werbung.

Analyse der einzelnen Aktivitäten

Als Nächstes kannst du herausfinden, welche deiner Marketingaktionen gut liefen und welche nicht.

Damit du das nicht am Ende eines Jahres machen musst, empfehle ich dir, nach jeder Aktion zu analysieren:

  • Wie viele Follower hattest du vor der Aktion?
  • Wie viele Follower hattest du nach der Aktion?
  • Wie viele Verkäufe hattest du im Durchschnitt vor der Aktion?
  • Wie viele Verkäufe hattest du während der Aktion?
  • Wie viele Verkäufe hattest du im Durchschnitt nach der Aktion?
  • Was lief gut und sollte wiederholt werden?
  • Was lief nicht und kann nächstes Mal weggelassen werden?
  • Was ist verbesserungsfähig?
  • Was möchtest du beim nächsten Mal machen?

Für unser Beispiel nehmen wir an, dass du entdeckt hast, dass du die besten Verkäufe über Newsletter-Marketing in Kombination mit Facebook-/Instagram-/Amazon-Werbung erzielt hast.

Überlegungen für die Zukunft

Plane das nächste Jahr auf Grundlage dieser Daten.

Wie viele Bücher möchtest du verkaufen? Behalte im Hinterkopf, dass du bei einer Veröffentlichung mehr verkaufst als in den Monaten, in denen nichts Neues kommt. Wann soll es einen neuen Roman von dir geben und wie viel willst du in dem Monat verdienen?

Wie viel in den anderen Monaten?

Und was müsstest du machen, um das zu erreichen?

Beispiel:

Deine 20 verkauften Romane aus diesem Jahr möchtest du gerne mindestens verdoppeln. Am liebsten würdest du rund 1000 Verkäufe im Monat haben.

Im ersten Moment sieht es etwas unrealistisch aus, wenn du aktuell nur 20 verkaufst, aber das macht nichts.

Wenn du ein Problem mit unrealistischen Zielen hast, empfehle ich dir einen Blick auf meine Mindset-Akademie frei&wunderbar.

Spiele einfach mal mit den Zahlen und du wirst in diesem Beispiel Folgendes herausfinden:

  • Um 20 Bücher zu verkaufen, brauchtest du bisher ca. 50.000 Impressionen
  • Um 2000 Bücher zu verkaufen, würdest du demnach ca. 5.000.000 Impressionen brauchen, wenn du alles machst wie vorher
  • Dein Newsletter und deine Follower sollten auf 2000-5000 anwachsen

Nun gehe ich davon aus, dass du deine bisherigen Aktionen analysiert hast und den Prozentsatz von 2 % und 0,2 % erhöhen möchtest. Ein Ziel für das kommende Jahr wäre daher definitiv, dass du dich intensiv mit Werbeanzeigen, Conversion Rates und Newslettermarketing auseinandersetzt.

Basierend auf deinen Zahlen stellst du fest, dass dein Werbebudget vom letzten Jahr ungefähr acht- bis zehnmal höher ausfallen wird, wenn du zehnmal mehr Verkäufe haben möchtest. An dieser Zahl lässt sich glücklicherweise drehen, denn es gibt viele Möglichkeiten, kostenlos Werbung zu machen. Nach einigem Überlegen entscheidest du dich dafür, den Fokus auf deinen Newsletter zu legen und dein Werbebudget zu verdreifachen.

Du nimmst dir vor:

  • Januar: Newsletter auf 1000 Personen ausbauen (aktuell 700). 30 Verkäufe.
  • Februar: Newsletter auf 1200 Personen ausbauen. Werbung schalten. 50 Verkäufe.
  • März: Newsletter auf 1300 Personen ausbauen. Werbung verbessern. 80 Verkäufe.
  • April: Newsletter auf 1600 Personen ausbauen. Werbung verbessern. Launch vorbereiten. 80 Verkäufe.
  • Mai: Newsletter auf 2000 Personen ausbauen. Volle Werbung. Roman veröffentlichen. 4000 Verkäufe.
  • Juni: Newsletter auf 2500 ausbauen (auch dank Launch). Weiter Werbung schalten. 1500 Verkäufe.
  • Juli: Newsletter auf 2600 ausbauen. Werbung etwas reduzieren (Budget). 1200 Verkäufe.
  • August: Newsletter stabil halten. Werbung optimieren. Neuen Launch vorbereiten. 800 Verkäufe.
  • September: Newsletter auf 2800. Volle Werbung. Launch-Party. 5000 Verkäufe.
  • Oktober: Newsletter dank Messe auf 3000. Werbung leicht reduzieren. 3000 Verkäufe.
  • November: Newsletter stabil bei 3000. Werbung runterfahren. Alternative probieren. 1500 Verkäufe.
  • Dezember: Newsletter mit Aktion auf 3300. Werbung optimieren. Wegen Weihnachten 2000 Verkäufe.

Das wären insgesamt 19.240 Verkäufe und damit durchschnittlich 1600 im Monat.

Wie gesagt, das ist erst einmal ein Ziel, das du dir vornehmen kannst – ich würde dir empfehlen, in jedem Monat zu analysieren, wo du auf deiner Zielvorgabe aktuell stehst.

Und wenn ich es nicht schaffe?

Angenommen, es ist Februar du hast nicht 1200 Personen auf deiner Liste, sondern 800.

Was kannst du tun?

  • Du kannst begründen, warum es nicht anders ging und dich damit abfinden.
  • Du kannst deine Ziele verändern.
  • Du kannst alles daran setzen, das Ziel zu erreichen.

Was du tust, liegt ganz daran, wie sehr du für dein Ziel brennst.

Vielleicht bist du noch in der Phase des Ausprobierens und stellst fest, dass dir Newslettermarketing nicht so sehr liegt. Dann spricht nichts dagegen, eine andere Marketingaktivität auszuprobieren.

Scheitern gehört zum Wachstum dazu.

Wichtig ist nur, dass du nicht beim Scheitern stehen bleibst, sondern einen neuen Versuch startest.
Und dann einen neuen.
Und einen neuen.
Immer wieder, bis das Ziel erreicht ist. (Um das durchzuhalten, ist es meiner Meinung nach notwendig, sein “Warum” zu kennen!)

Wie Spaß beim Ausprobieren! Teile in den Kommentaren gerne, welche Marketingmethode bei dir zuletzt am meisten Effekt gezeigt hat!

 

 

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Moin, ich bin Annika. Ich helfe dir, deinen besten Roman zu schreiben und ihn dann so zu veröffentlichen, wie du es dir vorstellst, ob mit oder ohne Verlag.

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