Roman planen in 30 Tagen

Vor wenigen Tagen habe ich auf Instagram gefragt, wer denn am diesjährigen NaNoWriMo teilnimmt und ob ihr Interesse hättet, dass ich dafür eine Vorbereitungsliste mache.

Beim NaNoWriMo ist das Ziel, 50.000 Wörter innerhalb von 30 Tagen zu schreiben.

Mehr dazu hier.

Dabei bekam ich einen Kommentar, der sinngemäß fragte, warum ich schon so früh auf den NaNo verweise, wenn wir doch September haben und er erst im November stattfindet. Ganz einfach:

Es ist fast unmöglich, unvorbereitet einen Roman zu schreiben.

Natürlich ist allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen klar, dass sie keinen druckfertigen Roman in einem Monat schreiben. Es ist und bleibt ein Entwurf, der mehrfach überarbeitet wird. Jedes Jahr wieder wird von Leuten, die noch nie am NaNo teilgenommen haben, moniert, dass sie lieber Wert auf „Qualität“ statt „Quantität“ legen.

Ja, das tun die NaNoWriMo-Schreiber auch. Sie schreiben ihren ersten Entwurf unter hohem Zeitdruck, um dann beim Überarbeiten Text zu haben, den sie formen können.

Andere überlegen sich vor jedem Satz die genaue Wortwahl und überarbeiten weniger.

Wie man es macht, ist es egal: Hauptsache, das Buch wird geschrieben,

Eine gute Planung spart Zeit

Die meisten Autorinnen und Autoren profitieren beim Schreiben von einer gut durchdachten Struktur. Es gibt nur wenige, die sich derart von der Idee, das Ende bereits zu kennen, blockieren lassen, dass sie nicht mehr schreiben können (auch wenn die meisten angehenden Schriftsteller/innen denken, dass sie „Discovery Writer“ wären; der Großteil ist es nicht).

Ich habe für dich aus diesem Grunde zwei Dinge erstellt:

Zum einen die folgende Grafik. Sie dient als Vorschlag, wie du den Monat Oktober mit der Vorbereitung deines Romans verbringen kannst. Jeden Tag steht eine kleine Aufgabe an, die in der Regel in höchstens einer halben Stunde zu erledigen ist, oft auch in weniger Zeit.

Du kannst dir die Grafik abspeichern, sie teilen, bei Pinterest merken und gerne andere darauf aufmerksam machen.

So funktioniert dieser Plan:

Tag 1: Allgemeine Überlegungen

Bevor du in die Figurenentwicklung startest, fasse deine Romanidee und die Idee zu deinen Figuren in wenigen Sätzen zusammen. Ideal wäre auch, wenn du deine „Botschaft“ formulierst: Was willst du deinen Lesern mit dieser Geschichte auf den Weg geben?

Tag 2 – 12: Hauptfiguren

Die ersten knapp zwei Wochen beschäftigen sich mit den (beiden?) Hauptfiguren, also dem Protagonisten („Prota“) und dem Antagonisten („Anta“).

Solltest du in deiner Geschichte keine Person als Antagonisten haben, musst du natürlich ein bisschen kreativ werden. Hier habe ich über „körperlose Antagonisten“ geschrieben, das hilft dir bestimmt.

Tag 13: Das Thema

Ein Roman gewinnt an Tiefe, wenn er nicht nur einfach eine Geschichte erzählt, sondern ein bestimmtes Thema auf unterschiedliche Art auseinandernimmt, beleuchtet und neue Erkenntnisse schafft.

Finde also dein Thema und überlege dir, welche Facetten es für deinen Roman bietet.

Tag 14: Klappentext

Es kann unheimlich motivierend sein, schon vor dem eigentlichen Schreiben einen „Klappentext“ zu erstellen (oder das Cover – mehr dazu gleich). Das muss natürlich kein Text sein, der später auch wirklich gedruckt wird. Vielmehr soll er dich motivieren, unbedingt dieses Buch schreiben zu wollen.

Formuliere einen Text, bei dem du richtiggehend deine Finger kribbeln spürst, weil du diese Geschichte unbedingt erzählen willst.

Alternativ kannst du dir auch (zusätzlich?) ein mögliches Cover für deinen zukünftigen Roman erstellen. Mich persönlich motiviert es immer sehr, wenn ich mir diese visuellen Hilfen bastle. Auf der Seite Canva.com kannst du das in wenigen, einfachen Schritten erledigen.

Tag 15 und 16: Nebenfiguren

Die nächsten zwei Tage kommen die Nebenfiguren an die Reihe. Wer spielt in deiner Geschichte mit und welche Funktion (Rolle) haben sie? (Sidekick, Mentor, Handlanger des Antagonisten, …)

Tag 17: Botschaft

Prüfe, ob sich deine Botschaft, die du dir an Tag 1 überlegt hast, bis hierhin geändert hat oder ob sie gleich geblieben ist. Wenn du willst, formuliere sie auch noch zwei, drei Mal um, damit du wirklich am Kern deiner Geschichte ansetzen kannst.

Tipp: Gefühlte 90 % aller (Mainstream-)Romane können mit „Es ist nichts, wie es scheint“ beschrieben werden. Das ist keine besonders gute Botschaft. Überlege dir, was das bedeutet! Gehe in die Tiefe!

Tag 18: 3 Akte

Ich orientiere mich bei unserem Plan an der 3-9-27-Methode.

Plane die folgenden drei Abschnitte für deinen Roman:

  • Akt 1: Anfang und Setup der Geschichte
    Wie beginnt die Geschichte? Wie ist die Ausgangssituation?
  • Akt 2: Der Hauptkonflikt
    Wovon handelt die Geschichte im Wesentlichen? Was ist die Handlung?
  • Akt 3: Finale und Auflösung
    Worin mündet die Handlung? Wie ist das Finale? Gibt es am Ende vielleicht einen Twist? Wie lautet er?

Tag 19: Aufteilung der Akte in 9 Blöcke

Wir werden die Geschichte jetzt detaillierter aufschreiben.

  • Block 1: Der Held und die Alte Welt
    Wie willst du den Helden und die Figuren einführen? (Exposition)
  • Block 2: Probleme, die das Leben schwer machen
    Was passiert, um die Geschichte spannend zu machen und ins Rollen zu bringen? Wie ist der „Ruf zum Abenteuer“?
  • Block 3: Überraschung und Druck
    Wie kannst du die Fallhöhe zum ersten Mal steigern? Kannst du einen Twist/Plot Point einführen? Wie bleibt es spannend?
  • Block 4: Die neue Welt
    Der Held kommt in die Neue Welt: Was erwartet ihn dort?
  • Block 5: Krise im Midpoint
    Welches „Tief“ erreicht dein Held oder welche Krise sucht ihn heim? Wie steigerst du die Fallhöhe zum zweiten Mal?
  • Block 6: Aktive Suche nach einer Lösung
    Dein Held wird aktiv – was löst der Midpoint aus und wie versucht er, den Hauptkonflikt zu lösen?
  • Block 7: Siegen scheint unmöglich
    Was kann dazu führen, dass die Erreichung des Ziels unmöglich erscheint?
  • Block 8: Neue Kräfte für den Helden
    Wie schafft es der Held trotzdem, seine verbliebenen Kräfte zu mobilisieren? Was fehlt ihm, um den Konflikt zu lösen?
  • Block 9: Der Held kämpft und siegt (oder verliert)
    Wie ist das Finale? Wie die Auflösung der Konflikte? Gibt es ein Happy End?

Hinweis: Wenn du bereits einen sehr konkreten Plan zur Geschichte hast, dann kannst du die Einteilung in Blöcke auch überspringen. Vielen ist es aber dienlich, sich zunächst in kleinen Schritten der Geschichte anzunähern und mit jedem Schritt mehr Details zu erfinden.

Tag 20 – 28: Abschnitte planen

Wenn du einen groben Plan hast, kannst du ans Eingemachte gehen. Die 27 Abschnitte entnimmst du einfach dieser Auflistung. Am Ende hast du einen sehr konkreten Entwurf zu deinem Roman, an dem du dich orientieren kannst.

Merke: Selbstverständlich kannst du (und wirst du) beim Schreiben von diesem Plan abweichen. Schreiben ist kreativ und Pläne sind aus Gummi. Lass dich nicht einengen, nur weil auf dem „Plan“ etwas anderes steht.

Tag 29: Änderungen vornehmen

Es kommt immer wieder vor, dass sich grundlegende Dinge ändern, wenn man den Plot einmal im Detail durchspricht. Vielleicht fällt dir auf, dass die Motivation (das „Warum“) deines Antagonisten sehr dünn ist. Oder dass er unlogisch handelt. Möglicherweise musst du noch an der Biografie deines Protagonisten basteln oder brauchst doch noch eine Nebenfigur, an die du bisher nicht gedacht hast.

Nimm dir Zeit, das bisher Geschriebene zu überarbeiten.

Tag 30: Plane die erste Szene

Zwei Tage vor dem offiziellen Start hast du die Möglichkeit, den Einstieg in den Roman zu planen. Rufe dir in Erinnerung, worauf du in den ersten 5 Seiten achten solltest. Wie lautet dein erster Satz? Welches Setting wählst du? Welche Stimmung herrscht vor?

Tag 31 dient der Erholung.

Schließlich kommt jetzt noch genug erholungsfreie Zeit auf dich zu …

Das reicht dir nicht?!

Zugegeben, diese Infografik geht natürlich nicht ins Detail über die Umsetzung der Punkte. Das tun Infografiken ja sowieso eher selten.

Die Grafik dient dir als Gedankenstütze und Hilfe, wenn du bereits Vorkenntnisse beim Schreiben hast und weißt, was sich hinter den einzelnen Punkten verbirgt.

Wenn du mehr Hilfe willst, kannst du diese Vorbereitung auch als günstigen Onlinekurs machen.

Ich habe dir hier einen kleinen Kurs erstellt, der zu jedem der Tage detaillierte Informationen und Beispiele bereithält, die dir bei der Umsetzung helfen.

Natürlich ist er nicht so in die Tiefe gehend wie mein Schreibkurs „Mach dein Buch so einem WOW“, aber dafür kostet er auch weniger als ein Zehntel davon.

Gerade einmal 9,99 EUR müsstest du investieren, also rund 30 Cent pro Tag, um deinen Roman für November vorzubereiten (oder für einen anderen Monat, in dem du mit dem Schreiben beginnst).

Klicke hier, um den Onlinekurs zu buchen.

Was dich erwartet:

  • 30 Lektionen, die die obigen Punkte im Detail erläutern
  • 30 Aufgaben zum sofortigen Umsetzen der Punkte
  • Die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden.

Was dich NICHT erwartet:

  • Ich kann mir leider NICHT anschauen, was du planst und dir Feedback geben. Dieser Service steht nur den Teilnehmern meiner Schreibworkshops zur Verfügung.
  • Es werden keine täglichen Mails verschickt. Du bestimmst selbst, wann du in die Tagesaufgabe hineinsiehst.
  • Wir haben KEINE feste Gruppe, aber es besteht die Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern direkt auf den Kursseiten zu interagieren. Außerdem gibt es eine Rubrik „Vernetzt euch!“, in der du neue Kontakte knüpfen kannst.

Noch immer interessant?

Dann buche den Kurs und wir starten am 1.10. gemeinsam mit Aufgabe 1.

Natürlich kannst du auch später einsteigen.

Wenn du Fragen hast, stelle sie gern in den Kommentaren und ich werde sie zeitnah beantworten.

Ich hoffe, du freust dich schon genau so wie ich auf die „gemeinsame“ Vorbereitungs- und Schreibzeit!